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REVIEW 7.0 23.07.2014

(Album, RH 327, 2014)

J.B.O. - Nur die Besten werden alt

PLUS-MINUS AFM/Soulfood (58:31) Die Zeiten, als J.B.O.-Alben von vorne bis hinten großartig waren, sind schon lange vorbei; so schlecht, wie die Franken mittlerweile gerne gemacht werden, sind sie aber nicht. Auch die zehnte, gewohnt gut arrangierte und produzierte Studiorille enthält neben einigen arg platten Party-Metal-Nummern und diversen tendenziell eher altbackenen Kalauern wieder ein paar kleine Perlen, die man auch nüchtern gut finden kann. Die Coverversionen von ´These Boots Are Made For Walking´ (Lee Hazlewood/Nancy Sinatra) und ´School´s Out´ (Alice Cooper) haben Charme, ´Die Antwort´ gefällt mit einem smarten Text, und ´Was würde Jesus tun?´ ist gar ein J.B.O.-Hit, wie er auch auf „Explizite Lyrik“ oder „laut!“ hätte stehen können. Unterm Strich bleiben die rosa Rocker allerdings auch weiterhin eine Band, die seit mindestens zehn Jahren besser im Live-Kontext als in der Stereoanlage funktioniert. Michael Rensen 7,0 Doch, Michael, sie sind so schlecht, wie sie gern gemacht werden - und auf „Nur die Besten werden alt“ sogar noch ´nen Zacken beschissener. Kann man sich beim Opener ´Vier Finger für ein Halleluja´ noch über einen wirklich guten Refrain freuen (vorausgesetzt, man ignoriert den Songtext; bei dem Wort „Pommesgabel“ kriege ich inzwischen Kotzkrämpfe), stürzt das Album danach hemmunglos in den Gulli. Sozialpädagogen-Möchtegern-Komik mit Fremdschämfaktor zehn. J.B.O. nerven mit grässlich unlustigen Wortspielen auf Grundschulniveau, einem bewundernswert brillanten Händchen, Songs zu covern, die schon im Original wirklich JEDEM aus den Ohren kommen (´Live Is Life´, ´Mambo No. 5´), und - am allerschlimmsten - der Fähigkeit, einem den Spaß an Coopers ´School´s Out´ und Sinatras ´These Boots Are Made For Walking´ komplett zu verleiden, weil man den Rest seines Lebens an J.B.O.s „witzige“ Dorfdeppen-Interpretationen denken muss. Kann sich nicht einfach die internationale Verlegergilde zusammentun und diesen Kerle künftig präventiv sämtliche Freigaben für Coverversionen verweigern? Es wäre ein Geschenk für die gesamte Musikwelt. Ab in die digitale Mülltonne mit dem Ding. Und im Live-Kontext möchte ich diese Würste eh nie mehr sehen. Jan Jaedike 1,5

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