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REVIEW 8.0 21.09.2005

(Album, RH 221, 2005)

ILL NINO - One Nation Underground

(44:06) Das Debüt „Revolution Revolucion“ war mir 9,5 Punkte wert und mischte mit seinem originellen Bastard aus brachialem Machine-Head-Metal, poppigen Linkin-Park-Refrains sowie südamerikanischen Flamenco- und Tribal-Einflüssen die Szene vor vier Jahren mächtig auf. Der Nachfolger „Confessions“ konnte das Niveau trotz des Neuzugangs Ahrue Luster an der Gitarre jedoch nicht ganz halten: die Songs weniger zwingend, die Produktion zu glatt. Auch mit ihrem dritten Album stagnieren ILL NINO auf diesem - zugegebenermaßen - hohen Niveau. Der Sound hat sich ungeachtet der wortreichen Musikererklärungen nicht sonderlich weiterentwickelt und bietet nach wie vor die eingangs beschriebene Mischung. Im direkten Vergleich ist die Instrumentierung sparsamer geworden, so dass die einzelnen Elemente mehr Platz zur Entfaltung haben. Insbesondere die Tribal-Parts und die Gitarrensoli kommen besser zur Geltung, wodurch beispielsweise der an sich harte Opener ´This Is War´ gegen Ende stark nach Santana klingt. Die Produktion ist erneut eine Spur zu mainstreamlastig ausgefallen und könnte vor allem bei den drei guten, aber zu penetrant auf Pop getrimmten Single-Anwärtern ´What You Deserve´, ´All I Ask For´ und ´Everything Beautiful´ deutlich mehr Kanten vertragen - so wie sie die dynamischen Highlights ´Turns To Gray´ (mit Hatebreeds Jamey Jasta) und ´De La Vida´ bieten. Aber bevor jetzt ein zu negativer Eindruck entsteht: „One Nation Underground“ ist für sich gesehen allemal ein starkes Album, erreicht eben nur nicht die große Klasse des Erstlings.

REVIEW 9.5 17.10.2001

(Album, RH 174, 2001)

ILL NINO - Revolution Revolucion

ILL NINO ist die Band des ehemaligen Pro Pain- und M.O.D.-Drummers Dave Chavarri, der mit diesem Debüt für mich ganz klar das Album des Monats abliefert - soviel schon mal vorweg. Die Newcomer spielen aggressiven Groove-Metal moderner Prägung, der stilistisch Machine Head ähnelt, sich im direkten Vergleich zu ?Supercharger? aber in zwei Punkten wesentlich unterscheidet: Der erste ist Frontmann Christian Machado, der zwar auch in Rob Flynn-Manier brutal shouten kann, aber zu dem ein ausgeprägtes Melodiegespür besitzt und mit seiner Singstimme an Linkin Parks Chester Bennington erinnert, wodurch fast alle Songs von fantastischen Refrains gekrönt werden. Insbesondere ´God Save Us´, ´Unreal´ und ´Nothing´s Clear´ haben das Format des LP-Hits ´Crawling´ und müssten sowohl die Clubs als auch die Charts im Sturm erobern. Der zweite wesentliche Unterschied ist die Herkunft der Musiker, die größtenteils aus Südamerika stammen: Bandgründer Dave ist Peruaner, Sänger Christian wuchs in Brasilien und Venezuela auf, Gitarrist Jardel Paisante stammt aus Max Cavaleras Heimatstadt Belo Horizonte, und Percussionist Roger Vasquez kommt aus Spanish Harlem. Dieser Background kommt musikalisch voll zum Tragen: ILL NINO lockern ihre Songs nämlich immer wieder mit Tribal-Rhythmen auf und scheuen sich auch nicht, mal eine spanische Strophe oder eine Flamenco-Gitarre einzuflechten. Somit fasst ?Revolution? nicht nur das Beste von Machine Head und Linkin Park zusammen, sondern klingt dazu dank der südamerikanischen Einflüsse auch noch originell. Viva la revolucion!

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