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REVIEW 24.04.2013

(DVD - Musik, RH 312, 2013)

ICED EARTH - Live In Ancient Kourion

(Century Media/EMI) Über die Entscheidung, keine zwei Jahre nach der Veröffentlichung von „Festivals Of The Wicked“ bereits eine weitere Live-DVD nachzulegen, kann man sicherlich geteilter Meinung sein - in diesem speziellen Fall macht der kurze Abstand jedoch tatsächlich Sinn, weil ICED EARTH bekanntermaßen seit anderthalb Jahren einen neuen, sehr starken Frontmann haben. Im Gegensatz zu besagter Festival-DVD, auf der sich gleich mehrere Konzertmitschnitte finden, haben Jon Schaffer und seine Mannen mit „Live In Ancient Kourion“ ein wesentlich dünneres Paket geschnürt, das es vor allem aufgrund der spektakulären Location der Show (gefilmt wurde in einem Open-Air-Theater auf Zypern, das vor etwa 2.000 Jahren erbaut wurde) jedoch trotzdem in sich hat. Bild und Ton sind ordentlich geraten, die DVD bietet einen guten Eindruck vom aktuellen Status quo im Hause ICED EARTH. 3 Fragen an ICED EARTH-Bassist Jon Schaffer: Jon, was gibt´s Neues bei ICED EARTH? »Unser Sänger Stu Block und ich schreiben zur Zeit gemeinsam Songs für unser nächstes Album. Wir hoffen, dass die Scheibe spätestens Ende Oktober in den Plattenläden steht. Es kommt ein wenig darauf an, wie wir diesen Sommer vorankommen. Zwischen den Festivals wollen wir mit der ganzen Band an den Tracks arbeiten und die Platte in Berlin aufnehmen.« Warum gerade in Deutschland? »Der Hauptgrund ist, dass wir zwischen den Festivals sowieso in Europa sind. Außerdem ist Deutschland so was wie eine zweite Heimat für mich. Während der Aufnahmen zu „Dystopia“ haben wir unsere letzten Festivalshows mit unserem damaligen Sänger Matt Barlow absolviert. Ich flog also die ganze Zeit zwischen Europa und den Staaten hin und her und befand mich über Wochen in einem ständigen Jetlag. Das möchte ich nicht noch mal so machen.« Wird eure nächste Platte wieder ein Konzeptalbum? »Die Songs werden sich um ein bestimmtes Thema drehen. Ich kann dazu noch nichts Genaues sagen, aber wir arbeiten sogar schon am Coverartwork. Ich hoffe, dass ich den Fans das Konzept bald vorstellen kann.« (jp)

REVIEW 8.5 19.10.2011

(Album des Monats, RH 294, 2011)

ICED EARTH - Dystopia

Century Media/EMI (45:11) Seien wir mal ehrlich: Die letzten beiden Alben der Florida-Metal-Institution waren alles andere als das Gelbe vom Ei, und auch deren Vorgänger „The Glorious Burden“ bot neben viel Licht auch einiges an Schatten. Insofern waren die Erwartungen an „Dystopia“ eher gering - zumal ja auch schon wieder ein neuer Sänger... Tja, so kann man sich täuschen! Jon Schaffer nimmt mit „Dystopia“ gekonnt sämtlichen Kritikern den Wind aus den Segeln und überrascht mit einem unerwartet starken Album. Der tolle titelgebende Opener wütet zeitweilig in fast schon ´Painkiller´-kompatibler Priest-Manier, ´Anthem´ macht seinem Namen alle Ehre und mutiert blitzschnell zum Widerhaken-bewehrten Langzeit-Ohrwurm, ´Anguish Of Youth´ und ´V´ sind hymnenhafte ICED EARTH-Klassiker in Reinkultur, mit dem Maiden-artig beginnenden ´Dark City´ ist eine sehr vielschichtige und beschwingte Nummer am Start, während sich ´Days Of Rage´ als eines der härtesten Bandstücke ever entpuppt. Auch der Rest überzeugt. Und Stu Block brilliert als extrem vielschichtiger Sänger, der in den mittleren Tonlagen absolut an Matt Barlow erinnert, gleichzeitig aber auch geile Screams in bester Halford/Owens-Manier beherrscht. Unterm Strich die stärkte ICED EARTH-Platte seit „Horror Show“. DISKOGRAFIE Iced Earth (1990) Night Of The Stormrider (1991) Burnt Offerings (1995) The Dark Saga (1996) Days Of Purgatory (Demos & Re-Recordings, 1997) Something Wicked This Way Comes (1998) The Melancholy EP (EP, 1999) Alive In Athens (Live, 1999) Horror Show (2001) Tribute To The Gods (Coveralbum, 2002) The Reckoning (EP, 2004) The Glorious Burden (2004) Framing Armageddon (2007) The Crucible Of Man (2008) Dystopia (2011) LINE-UP Stu Block (v.) Troy Seele (g.) Jon Schaffer (g.) Freddie Vidales (b.) Brent Smedley (dr.) DIE PATEN Wem die folgenden Bands gefallen, der könnte auch „Dystopia“ mögen: Jag Panzer, Blind Guardian, Demons & Wizards, Judas Priest, Wolf, Steel Prophet, Tad Morose, Eidolon, Charred Walls Of The Damned, Brainstorm, Iron Maiden, Metallica Und das sagt Gitarrist Jon Schaffer über seinen erstmals auf „Dystopia“ zu hörenden neuen Frontmann Stu Block: »Ich habe ganz sicher nicht nach einem Matt-Barlow-Klon gesucht, und das ist Stu auch nicht. Ich brauchte jemanden mit einer flexiblen Stimme, der die mittleren Tonlagen gut draufhat, weil diese bei ICED EARTH am meisten eingesetzt werden.«

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