Suche

Durch das Setzen eines Bandnamens in Anführungszeichen sind detailliertere Ergebnisse möglich.

REVIEW 8.0 28.06.2017

(Album des Monats, RH 362, 2017)

ICED EARTH - Incorruptible

Century Media/Sony (54:11) Jon Schaffer ist ganz sicher einer der besten Songwriter der zeitgenössischen Metalszene, den Abstand auf seine Vorbilder Priest und Maiden haben ICED EARTH trotz des guten Karrierestarts aber nie verringern können. An der starken Stimme des derzeitigen Sängers Stu Block liegt das kein bisschen, sein Timbre rettet auch auf „Incorruptible“ einiges. Die Kernfrage, die mich beim Anhören von „Incorruptible“ umtreibt, ist, ob sich Schaffer einen Gefallen damit getan hat, nun auch noch die Produktion mithilfe eines Toningenieurs in seinem eigenen Studio anzuleiten. So verständlich es auch ist, dass Musiker heute auf ihren eigenen Füßen stehen müssen, vermisse ich auf dem Album vor allem das Bandfeeling, das die großen Genre-Klassiker (zum Teil auch die von ICED EARTH) angetrieben hat. „Incorruptible“ klingt ziemlich eindeutig nach einer One-Man-Show. Präzise, aber trotz des guten Sounds auch ein bisschen steril und von Perfektionsdrang getrieben. Das ist schade, denn Schaffer hat hier mit ´Great Heathen Army´ und ´Clear The Way (December 13th 1862)´ einige seiner besten Schlachthymnen überhaupt abgeliefert. Vor allem letztere markiert einen künftigen Genre-Klassiker, den Maiden nicht besser komponiert hätten. Zwischen diesen beiden Album-Polen geht es kompakter zur Sache. ´Black Flag´, ´Defiance´ und ´The Veil´ bestechen mit starken Gesangsmelodien von Block, das harte ´Seven Headed Whore´ mit knackigen Gitarrenbreaks. Derlei Emotionen hätte man gerne in allen Bereichen der Platte gehört. Die (wenigen) balladesken Teile klingen allerdings genauso gefühllos wie das Quasi-Instrumental ´Ghost Dance (Awaken The Ancestors)´. Eine gute Platte, bei der - trotz des „Album des Monats“-Titels - leider Potenzial verschenkt wurde. DISKOGRAFIE (Studioalben) Iced Earth (1990) Night Of The Stormrider (1991) Burnt Offerings (1995) The Dark Saga (1996) Days Of Purgatory (Demos & Re-Recordings, 1997) Something Wicked This Way Comes (1998) Horror Show (2001) Tribute To The Gods (Coveralbum, 2002) The Glorious Burden (2004) Framing Armageddon (2007) The Crucible Of Man (2008) Dystopia (2011) Plagues Of Babylon (2014) Incorruptible (2017) LINE-UP Stu Block (v.) Jon Schaffer (g./keys) Jake Dreyer (g.) Luke Appleton (b.) Brent Smedley (dr.) DIE PATEN Wer auf folgende Acts steht, dürfte auch auf „Incorruptible“ abfahren: Demons & Wizards * Blind Guardian * Brainstorm * Nevermore * Metallica * Megadeth * Ashes Of Ares * Annihilator * Overkill * Savatage * Vicious Rumors * Judas Priest * Charred Walls Of The Damned * Savage Circus * The Tea Party (kleiner Spaß...)

REVIEW 8.0 18.12.2013

(Album des Monats, RH 320, 2013)

ICED EARTH - Plagues Of Babylon

Century Media/Universal (62:24) Ich gestehe, dass ich ICED EARTHs Karriere nach dem neuerlichen Ausstieg von Matt Barlow mehr oder weniger abgeschrieben hatte. Schon mit Ripper Owens verlor die Band trotz des überragenden „The Glorious Burden“ stündlich an Popularität, weil Matt einfach bis in alle Ewigkeit mit ICED EARTH-Sternstunden à la ´Melancholy´, ´I Died For You´, ´Watching Over Me´ oder ´The Hunter´ assoziiert werden und als einer der besten Frontmänner des „modernen“ US-Metal unersetzbar bleiben würde. Ein relativ unbeschriebenes Blatt wie Stu Block (seine Vorgängerband Into Eternity war ja nur Insidern ein Begriff) würde keine reelle Chance von den Fans bekommen, dachte ich, gute Stimme hin oder her. Aber weit gefehlt: Stu machte seine Sache auf Anhieb ziemlich gut und konnte sich - trotz teils sehr ähnlicher Stimmfärbung - schnell aus dem Matt-Barlow-Schatten befreien. „Plagues Of Babylon“ ist nun sein zweites vollständiges Album mit ICED EARTH (die Live-Scheibe zwischendrin nicht mitgerechnet) und eine absolut souveräne Vorstellung. Er klingt selbstbewusster, ein bisschen eigenständiger und passt sich den Stimmungen der einzelnen Songs besser an. Seine „Ripper-Owens-Kopfstimme“ (die er ebenfalls beherrscht) setzt er seltener ein, das warme Matt-Barlow-Timbre kommt noch ziemlich oft durch, aber unterm Strich dominiert sein kraftvolles US-Metal/Melodic-Thrash-Organ. Bandkopf Jon Schaffer steht natürlich trotzdem im Mittelpunkt des Geschehens und feuert ein typisches ICED EARTH-Riff nach dem anderen ab. Die Anschläge seiner rechten Hand erinnern wie gehabt oft an den frühen James Hetfield, erfolgen aber auch in höchstem Slayer-Tempo mit einer Präzision, die schlicht einmalig ist. Es gibt eigentlich kaum einen Rhythmusgitarristen im härteren Metal-Bereich, der Jon hier Paroli bieten kann (Gary Holt und Lee Altus wie immer ausgenommen). Super! Das Songmaterial ist ebenfalls durchgängig stark und reicht von typischen ICED EARTH-Hymnen wie ´Plagues Of Babylon´, ´The Culling´ oder ´The End?´ bis hin zur tollen Coverversion des Country-Standards ´Highwayman´, bei dem neben Stu auch Jon selbst, Volbeats Michael Poulsen (sehr gut) und Symphony X´ Russell Allen (überragend!) am Gesangsmikro zu hören sind. Die eine oder andere Melodie kennt man zwar von älteren ICED EARTH-Scheiben, aber die Trefferquote ist trotzdem sehr hoch. Insgesamt einen Tick stärker als der Vorgänger „Dystopia“ und daher verdientermaßen Album des Monats. Well done, angry men! LINE-UP Jon Schaffer (g.) Troy Seele (g.) Stu Block (v.) Luke Appleton (b.) Raphael Saini (dr.) DISKOGRAFIE (Studioalben) Iced Earth (1990) Night Of The Stormrider (1991) Burnt Offerings (1995) The Dark Saga (1996) Days Of Purgatory (Demos & Re-Recordings, 1997) Something Wicked This Way Comes (1998) Horror Show (2001) Tribute To The Gods (Covers, 2002) The Glorious Burden (2004) Framing Armageddon (2007) The Crucible Of Man (2008) Dystopia (2011) Plagues Of Babylon (2014) DIE PATEN Dieses Album solltet ihr euch einverleiben, wenn ihr auf folgende Bands steht: Metallica * Iron Maiden * Judas Priest * Slayer * Thin Lizzy * Kiss * Symphony X * Into Eternity * Saxon * Accept * Annihilator * Death Angel * Forbidden * Kreator * Jag Panzer * Running Wild

REVIEW 24.04.2013

(DVD - Musik, RH 312, 2013)

ICED EARTH - Live In Ancient Kourion

(Century Media/EMI) Über die Entscheidung, keine zwei Jahre nach der Veröffentlichung von „Festivals Of The Wicked“ bereits eine weitere Live-DVD nachzulegen, kann man sicherlich geteilter Meinung sein - in diesem speziellen Fall macht der kurze Abstand jedoch tatsächlich Sinn, weil ICED EARTH bekanntermaßen seit anderthalb Jahren einen neuen, sehr starken Frontmann haben. Im Gegensatz zu besagter Festival-DVD, auf der sich gleich mehrere Konzertmitschnitte finden, haben Jon Schaffer und seine Mannen mit „Live In Ancient Kourion“ ein wesentlich dünneres Paket geschnürt, das es vor allem aufgrund der spektakulären Location der Show (gefilmt wurde in einem Open-Air-Theater auf Zypern, das vor etwa 2.000 Jahren erbaut wurde) jedoch trotzdem in sich hat. Bild und Ton sind ordentlich geraten, die DVD bietet einen guten Eindruck vom aktuellen Status quo im Hause ICED EARTH. 3 Fragen an ICED EARTH-Bassist Jon Schaffer: Jon, was gibt´s Neues bei ICED EARTH? »Unser Sänger Stu Block und ich schreiben zur Zeit gemeinsam Songs für unser nächstes Album. Wir hoffen, dass die Scheibe spätestens Ende Oktober in den Plattenläden steht. Es kommt ein wenig darauf an, wie wir diesen Sommer vorankommen. Zwischen den Festivals wollen wir mit der ganzen Band an den Tracks arbeiten und die Platte in Berlin aufnehmen.« Warum gerade in Deutschland? »Der Hauptgrund ist, dass wir zwischen den Festivals sowieso in Europa sind. Außerdem ist Deutschland so was wie eine zweite Heimat für mich. Während der Aufnahmen zu „Dystopia“ haben wir unsere letzten Festivalshows mit unserem damaligen Sänger Matt Barlow absolviert. Ich flog also die ganze Zeit zwischen Europa und den Staaten hin und her und befand mich über Wochen in einem ständigen Jetlag. Das möchte ich nicht noch mal so machen.« Wird eure nächste Platte wieder ein Konzeptalbum? »Die Songs werden sich um ein bestimmtes Thema drehen. Ich kann dazu noch nichts Genaues sagen, aber wir arbeiten sogar schon am Coverartwork. Ich hoffe, dass ich den Fans das Konzept bald vorstellen kann.« (jp)

REVIEW 8.5 19.10.2011

(Album des Monats, RH 294, 2011)

ICED EARTH - Dystopia

Century Media/EMI (45:11) Seien wir mal ehrlich: Die letzten beiden Alben der Florida-Metal-Institution waren alles andere als das Gelbe vom Ei, und auch deren Vorgänger „The Glorious Burden“ bot neben viel Licht auch einiges an Schatten. Insofern waren die Erwartungen an „Dystopia“ eher gering - zumal ja auch schon wieder ein neuer Sänger... Tja, so kann man sich täuschen! Jon Schaffer nimmt mit „Dystopia“ gekonnt sämtlichen Kritikern den Wind aus den Segeln und überrascht mit einem unerwartet starken Album. Der tolle titelgebende Opener wütet zeitweilig in fast schon ´Painkiller´-kompatibler Priest-Manier, ´Anthem´ macht seinem Namen alle Ehre und mutiert blitzschnell zum Widerhaken-bewehrten Langzeit-Ohrwurm, ´Anguish Of Youth´ und ´V´ sind hymnenhafte ICED EARTH-Klassiker in Reinkultur, mit dem Maiden-artig beginnenden ´Dark City´ ist eine sehr vielschichtige und beschwingte Nummer am Start, während sich ´Days Of Rage´ als eines der härtesten Bandstücke ever entpuppt. Auch der Rest überzeugt. Und Stu Block brilliert als extrem vielschichtiger Sänger, der in den mittleren Tonlagen absolut an Matt Barlow erinnert, gleichzeitig aber auch geile Screams in bester Halford/Owens-Manier beherrscht. Unterm Strich die stärkte ICED EARTH-Platte seit „Horror Show“. DISKOGRAFIE Iced Earth (1990) Night Of The Stormrider (1991) Burnt Offerings (1995) The Dark Saga (1996) Days Of Purgatory (Demos & Re-Recordings, 1997) Something Wicked This Way Comes (1998) The Melancholy EP (EP, 1999) Alive In Athens (Live, 1999) Horror Show (2001) Tribute To The Gods (Coveralbum, 2002) The Reckoning (EP, 2004) The Glorious Burden (2004) Framing Armageddon (2007) The Crucible Of Man (2008) Dystopia (2011) LINE-UP Stu Block (v.) Troy Seele (g.) Jon Schaffer (g.) Freddie Vidales (b.) Brent Smedley (dr.) DIE PATEN Wem die folgenden Bands gefallen, der könnte auch „Dystopia“ mögen: Jag Panzer, Blind Guardian, Demons & Wizards, Judas Priest, Wolf, Steel Prophet, Tad Morose, Eidolon, Charred Walls Of The Damned, Brainstorm, Iron Maiden, Metallica Und das sagt Gitarrist Jon Schaffer über seinen erstmals auf „Dystopia“ zu hörenden neuen Frontmann Stu Block: »Ich habe ganz sicher nicht nach einem Matt-Barlow-Klon gesucht, und das ist Stu auch nicht. Ich brauchte jemanden mit einer flexiblen Stimme, der die mittleren Tonlagen gut draufhat, weil diese bei ICED EARTH am meisten eingesetzt werden.«

Melde dich für unseren Newsletter an und verpasse nie mehr die wichtigsten Infos

Diese Seite verwendet Cookies. Erfahrt in unserer Datenschutzerklärung mehr darüber, wie wir Cookies einsetzen und wie Ihr Eure Einstellungen ändern und Cookies deaktivieren könnt. Darüber hinaus verwenden wir Cookies Dritter für die Einbindung audiovisueller Inhalte durch Youtube, Spotify und Soundcloud. Dem könnt ihr hier zustimmen oder dies ablehnen. Datenschutzerklärung ansehen.