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REVIEW 30.01.2013

(DVD - Musik, RH 309, 2013)

MICHAEL SCHENKER - Temple Of Rock - Live In Europe

(In-Akustik) Obwohl das letzte MICHAEL SCHENKER-Studioalbum „Temple Of Love“ sicherlich eines der überflüssigsten in der langen Karriere des ehemaligen UFO- und Scorpions-Gitarristen war, gestaltet sich dieser Livemitschnitt der gleichnamigen Tour ziemlich kurzweilig. In der 19 Tracks umfassenden Setlist des in Tilburg mitgeschnittenen Konzerts befinden sich lediglich zwei Songs des besagten Albums und ansonsten nur Titel, an denen Michael zwischen 1974 und 1982 mitgewirkt hat. Neben den obligatorischen UFO- und MSG-Klassikern haben es gleich sechs Songs (u.a. ´Lovedrive´ und ´Another Piece Of Meat´) der Scorpions in die Tracklist geschafft. Dass mit ´Blackout´ und ´Rock You Like A Hurricane´ sogar Songs aus einer Zeit vertreten sind, als Matthias Jabs bei den Hannoveranern längst felsenfest im Leadgitarristen-Sattel saß, erklärt sich damit, dass bei diesem Konzert mit Herman Rarebell (dr.) und Francis Buchholz (b.) zwei weitere Ex-Scorpions-Recken am Start sind. Vervollständigt wird das Line-up durch Wayne Findlay (g./keys) und Doogie White am Gesang, der die Klassiker gebührend in Szene setzt. Michaels Gitarre ist im ziemlich guten Gesamtsound sehr präsent, was die Sache umso besser macht, weil er einen absoluten Sahnetag erwischt hat, an dem er 99 Prozent aller Nachwuchsgitarristen noch mal klarmacht, was ein wirklich grandios genialer Ton und melodisches Gitarrenspiel par excellence sind. Bei den fünf beim High Voltage Festival aufgenommenen Bonustracks (u.a. ´Another Piece Of Meat´, ´Doctor Doctor´ und ein Gastauftritt von Rudolf Schenker) tönt die Band insgesamt eine Spur räudiger, was zum einen an der etwas flotteren Gangart im Allgemeinen, Michaels etwas roherem Gitarrensound und dem Fakt liegt, dass hier Michael Voss bei allen Songs die Vocals übernimmt, der doch eine Spur rockiger und somit näher an Ur-MSG-Sänger Gary Barden agiert. Auch wenn es visuell und showtechnisch keine Besonderheiten gibt und sich im Bonusmaterial lediglich noch ein paar Minuten mitgefilmter Smalltalk finden, können sich Schenker-Fans „Temple Of Rock - Live In Europe“ bedenkenlos ins Regal stellen.

REVIEW 8.0 19.12.2012

(Dynamit, RH 308, 2012)

GOLDEN VOID - Golden Void

Thrill Jockey/Rough Trade (36:22) Wer sich nach einem Hawkwind-Song benennt, macht von vornherein unmissverständlich klar, was den Hörer erwartet. Und weil die Mitglieder von GOLDEN VOID bereits jahrelange Erfahrungen in Bands wie Earthless, Eyes, Justin Pinkerton und Assemble Head In Sunburst Sound gesammelt haben und somit alles andere als unerfahrene Hasen sind, bringt man von der soundtechnischen Seite schon mal alles mit, was für eine intensive Reise in psychedelische Klangwelten benötigt wird: spacige Fuzz-Gitarren, gigantische Hallräume, furztrockene und ehrliche Drums, samtig blubbernde Orgelsounds sowie eine warme Produktion im Allgemeinen. „Ey, das ist so Krautrock! Den Song mit ein paar Leuten im Auto auf dem Weg zu einem Konzert hören und vorher ordentlich einen quarzen. Entweder quasseln alle wild durcheinander, wie geil das ist, oder kein Mensch sagt ´nen Ton.“ Das meint unser Layouter Frittz ziemlich treffend, als das Quartett bei ´The Curve´ das Tempo anzieht, um das überwiegend im getragenen Midtempo gehaltene Songmaterial aufzulockern. Im Großen und Ganzen beweisen GOLDEN VOID auf ihrem selbstbetitelten Debüt ein ziemlich gutes Gespür für gestraffte und funktionierende Arrangements, intensive Dynamik sowie eine wohltemperierte Atmosphäre, und sie verlieren sich nie in selbstverliebtem, ausuferndem Gegniedel, wie es in diesem Genre sonst leider zu häufig passiert. Ist „Golden Void“ also tatsächlich das beste Psychedelic-Rock-Debüt seit Jahren, wie es das Label der Band behauptet? Nun ja, zumindest 2012 ist keinem Newcomer ein besseres gelungen.

REVIEW 8.0 19.12.2012

(Album, RH 308, 2012)

MAJESTY - Thunder Rider

PLUSMINUS: NoiseArt/Edel (53:16) MAJESTY sind wieder da. Wird ja auch langsam Zeit, denn wenn man von der „Metalforce“-Platte absieht, die Mainman und Sänger Tarek „MS“ Maghary mit seiner gleichnamigen Interimsband vor einigen Jahren in die Ladenregale gewuchtet hat, dann ist „Thunder Rider“ die erste „echte“ MAJESTY-Veröffentlichung seit über sechs Jahren. Geändert hat sich seit der 2006er Langrille „Hellforces“ freilich wenig: Tarek & Co. spielen nach wie vor gradlinigen Helden-Metal in der Tradition von Manowar und Konsorten. Im Grunde ist die Sache ganz einfach: Wer die gängigen True-Metal-Klischees zum Kotzen findet, wird auch dem epischen Schlachten-Metal von MAJESTY wenig bis nichts abgewinnen können, und wer bereit ist, über jene Klischees augenzwinkernd hinwegzusehen (oder sie sogar gut findet), bekommt mit „Thunder Rider“ eine Zehn-Track-Vollbedienung, von der sich die großen Vorbilder Manowar in Bezug auf ihre aktuellen Veröffentlichungen gerne ein Scheibchen abschneiden dürfen. Jens Peters 8 Heavy Metal ist mehr, als einfach nur ein paar Melodien (hin und wieder) mit einer flotten Doublebass oder ein paar E-Gitarren zu unterlegen. Gerade letztere wollen leidenschaftlich gerifft und mit Hingabe soliert werden. Sie sollen das i-Tüpfelchen, die Sahnehaube auf Songs sein, die dich entweder an den Eiern packen und dir ins Gesicht schreien, wie wütend, angepisst und energiegeladen ihre Interpreten sind, oder wahlweise, wie lässig man dem (nicht nur musikalischen) Establishment einen saftigen Gelbgrünen vor die Füße rotzt, sofern sich eine Band für die rock´n´rolligere Variante entscheidet. Von all dem gibt´s auf „Thunder Rider“ genau nullkommanullgarnichts! Und was gibt´s stattdessen? Jede Menge analysierte, sezierte und wieder aufgewärmte Manowar-Tracks aus deren nicht ganz so beschissenen Zeiten, die allerdings kaum mittelmäßiger hätten vorgetragen werden können. Wenn man sich dann noch mit ein bisschen Fantasie (und davon braucht´s z.B. im Falle des Openers und Titeltracks ´Thunder Rider´ nicht sonderlich viel) die E-Gitarren einfach mal wegdenkt und sie im geistigen Gehör durch ein paar billige Keyboard-Streicher und Akustikgitarren ersetzt, fehlt eigentlich nur noch ein aus dem Sendestudio Berlin grüßender Dieter Thomas Heck, der seine Zuschauer zur neuesten Ausgabe der ZDF-Hitparade willkommen heißt. Andreas Himmelstein 5

REVIEW 9.0 21.11.2012

(Album des Monats, RH 307, 2012)

YEAR OF THE GOAT - Angels´ Necropolis

Ván/Soulfood (50:47) Anderthalb Jahre haben die Schweden gebraucht, um ihrer formidablen Debüt-EP „Luccem Ferre“ endlich das erste Full-length-Album folgen zu lassen. Sicherlich finden sich in den acht Tracks nach wie vor massig Einflüsse okkulter Rockbands der Sechziger und Siebziger wie Coven, Black Widow und Roky Erickson, und selbstredend rundet eine perfekt passende, ebenso warme wie natürliche analoge Aufnahme das Klangbild ab. Letztendlich ist das alles aber nur das Gewürzsortiment, um die zartbitteren, melancholischen, bisweilen vor Dramatik strotzenden Songs entsprechend in Szene zu setzen. Somit verharren YEAR OF THE GOAT ganz sicher nicht felsenfest und stocksteif in vergangenen Jahrzehnten wie manch anderer Act der aktuellen Vintage-Rock-Szene, sondern setzen die Prioritäten ganz klar bei Arrangements und Songwriting, wo wunderbare Gitarrenharmonien und Soli sowie Sänger Thomas´ außergewöhnliche Stimme und sein Gespür für fesselnde Melodien immer wieder für Glanzpunkte sorgen und in Kombination mit den okkulten Lyrics subtile Spannung erzeugen. Und spätestens beim ebenso dramatischen wie beschwörend hypnotischen Abschluss von ´Thin Lines Of Broken Hopes´ lassen die Schweden u.a. mit sakralen Chören die okkulte Katze auch musikalisch vollends aus dem Sack. Oder besser gesagt: den Rottweiler von der Kette, der 1976 im Film „Das Omen“ der Teufelsbrut Damien Thorne als Spielgefährte und ausführendes Organ zur Seite stand. Keine Frage: Im Jahre 2012 würde der kleine Satansbraten mit Sicherheit dieses mitreißende Finale als passenden Soundtrack für seine Bosheiten heranziehen. Grandios! Und das sagt Sänger und Gitarrist Thomas „Sabbathi“ Erickson zum Soundcheck-Sieg: »Ich bin sprachlos und freue mich wahnsinnig, genauso wie der Rest der Goats. Nun, ich hoffe natürlich das Beste für dieses Debütalbum. Wir haben hart dafür gearbeitet, dieses Monster zum Leben zu erwecken, und wir sind alle ziemlich froh, dass „Angels´ Necropolis“ jetzt endlich das Licht der Welt erblickt hat. Ich denke, alle Songwriter haben im Nachhinein ein paar kleinere Probleme mit ihren Kreationen, aber am Ende ist wohl jeder Schöpfer sehr stolz auf seine Kinder. Zumindest weiß ich, dass WIR es sind.« DISKOGRAFIE Luccem Ferre (EP, 2011) This Will Be Mine (7“, 2012) Angels´ Necropolis (2012) LINE-UP Thomas „Sabbathi“ Erickson (v./g.) Per Broddesson (g.) Don Palmroos (g.) Tobias Resch (b.) Mikael Popovic (keys) Frederik Hellerström (dr.) DIE PATEN Wem YEAR OF THE GOAT zusagen, wird auch von folgenden Acts begeistert sein: Wishbone Ash, The Devil´s Blood, Blue Öyster Cult, Witchcraft, Thin Lizzy, Horisont, Coven, Black Widow, Roky Erickson, Graveyard, Rainbow, Griftegård

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