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REVIEW 18.12.2013

(Album, RH 320, 2013)

SCORPIONS - MTV Unplugged

RCA/Sony (109:24) „Ach, mal wieder ´ne Compilation von den SCORPIONS? Live? Und dann auch noch unplugged? Na ja, wer´s braucht...“ Das waren in etwa meine ersten Gedanken zu „MTV Unplugged“, die der Sache allerdings nicht ganz gerecht werden. Die Hannoveraner haben für diesen knapp zweistündigen Mitschnitt einiges an Aufwand betrieben und entziehen sich somit glaubwürdig dem Vorwurf der schnellen Abzocke. Neben namhaften Gast- (u.a. Morten Harket von a-ha) und zusätzlichen Musikern (u.a. ein achtköpfiges Streicherensemble) erstrahlt so mancher Klassiker in einem vollkommen neuen Arrangement und überrascht mit ungewohnter Atmosphäre. Hierfür sind in erster Linie die beiden Schweden Mikael Nord und Martin Hansen verantwortlich, die bereits das letzte Studioalbum „Sting In The Tail“ produzierten und neben den neuen Arrangements auch noch zahlreiche Gesangs-, Gitarren-, Mandolinen-, Lap-Steel- und Mundharmonika-Parts beisteuerten. Klar, dass Balladen wie ´When The Smoke Is Going Down´ oder ´Still Loving You´ mit einer solchen Instrumentierung funktionieren, ist keine sonderlich große Überraschung. Aber selbst das ohne E-Gitarre und ohne ordentliches Drum-Set kaum vorstellbare ´Blackout´ weiß in dieser Umsetzung zu überzeugen. Dass zudem neben den obligatorischen Hits der Achtziger (u.a. ´Rock You Like A Hurricane´, ´Big City Nights´, ´No One Like You´) und frühen Neunziger sowie einigen Songs der jüngeren Vergangenheit mit ´Pictured Life´, ´Speedy´s Coming´ und ´In Trance´ auch die Siebziger-Prä-Megaseller-Phase der Band nicht unter den Teppich gekehrt wird, ist ein weiterer Pluspunkt. Auch wenn nicht unbedingt jede Umsetzung funktioniert, neue Songs wie ´Dancing With The Moonlight´ nicht zu den Sternstunden der Band zählen oder ´The Best Is Yet To Come´ dann doch eine Spur zu viel Fernsehgarten-Atmosphäre versprüht, sollten eigentlich alle, die regelmäßig zum Backkatalog der SCORPIONS greifen, „MTV Unplugged“ einen Durchlauf gönnen und dann entscheiden, ob die Scheibe für sie verzichtbar ist.

REVIEW 8.0 20.11.2013

(Dynamit, RH 319, 2013)

IMPERIAL STATE ELECTRIC - Reptile Brain Music

Psychout/Soulfood (34:38) „Pop war is over“ proklamierten IMPERIAL STATE ELECTRIC in Anspielung auf den letzten Albumtitel „Pop War“ seit August in großen Lettern auf ihrer Homepage, was nicht wenige Fans der Schweden dahingehend in die Irre führte, als dass sie in diese Aussage die Auflösung der Band hineininterpretierten. Vielmehr gemeint war allerdings, dass auf „Reptile Brain Music“ wieder deutlich mehr Gas gegeben und der etwas zu seicht geratene Kurs auf „Pop War“ in Richtung High-Energy-Rock korrigiert wird. Und auch wenn Nicke Andersson (v./g.) in Interviews gerne betont, dass er im Gegensatz zu seiner Ex-Band The Hellacopters bei IMPERIAL STATE ELECTRIC der uneingeschränkte Boss ist, räumt er seinen Sidekicks auf „Reptile Brain Music“ deutlich mehr Entfaltungsmöglichkeiten ein als in der Vergangenheit. So übernimmt Basser Dolf De Borst (The Datsuns) beim tadellosen Asskicker und Titeltrack die Vocals, während Gitarrist Tobias Egge beim stark von Kiss bzw. Paul Stanley inspirierten ´Stay The Night´ beweist, dass neben Dolf und Nicke noch ein drittes Bandmitglied über Frontmann-Qualitäten verfügt. Stilistisch mag „Reptile Brain Music“ mit wenig Überraschungen aufwarten, aber durch die deutlich rockigere Ausrichtung im Vergleich zu „Pop War“ wird die dritte Scheibe der Band wieder zur uneingeschränkten Pflichtveranstaltung für alle Anhänger von Nicke und IMPERIAL STATE ELECTRIC.

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