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REVIEW 7.0 23.04.2014

(Album, RH 324, 2014)

WISHBONE ASH - Blue Horizon

Solid Rockhouse/Intergroove (59:07) Auch bei WISHBONE ASH verhält es sich nicht anders als bei fast allen anderen verdienten Rock- und Metal-Legenden, die nach drei, vier oder sogar fast fünf Jahrzehnten noch immer oder wieder am Start sind: Man freut sich, dass sie ihre Aktivitäten noch nicht eingestellt haben, um sie und ihre Hits noch mal live zu erleben, gelangt aber (von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen) bei aktuellen Studio-Outputs immer recht schnell zur Gewissheit, dass der glorreiche Schatten der eigenen Vergangenheit doch eine Spur zu groß ausfällt. Keine Sorge, wer unangefochtenen Szene-Ikonen wie Iron Maiden oder Thin Lizzy zu ihrem Signature-Sound verholfen hat, muss sich sicherlich nicht nachsagen lassen, seinen eigenen Legendenstatus lediglich einer gehörigen Portion Glück zu verdanken zu haben, und liefert dementsprechend auch im gesetzen Alter keinen Scheißdreck ab. Und in den wishbonigsten Momenten, wie z.B. beim Opener ´Take It Back´, dem proggigen ´American Century´ oder dem entspannten ´Tally Ho´, wenn Andy Powell (v./g.) und seine Bandkollegen mit mehrstimmigen Gitarrenharmonien und unverwechselbaren Melodien ihren ureigenen Stallgeruch verbreiten, macht „Blue Horizon“ richtig Spaß. Beim reichlich zahmen Bluesrocker ´Deep Blues´ und dem nicht minder zahn- und inspirationslosen ´Mary Jane´ fragt man sich dann aber doch, ob sie nicht versehentlich beim letzten Reformhausbesuch zusammen mit der Haftcreme für die Dritten und einer ordentlichen Pulle Melissengeist im Einkaufskorb des Rollators gelandet sind. Der wirklich wunderbare Titeltrack begeistert dann allerdings wieder mit grandios gefühlvollen Gitarrenmelodien und einem lockeren Spagat zwischen Pop-Prog, Folk und Classic Rock. Alles in allem ist der 24. Studio-Output von WISHBONE ASH eine durchaus gefällige Angelegenheit mit wenigen wirklich grauhaarigen Momenten.

REVIEW 6.5 26.03.2014

(Album, RH 323, 2014)

THE PRETTY RECKLESS - Going To Hell

Cooking Vinyl/Indigo (45:31) 350.000 Stück hat Taylor Momsen (spielte in der TV-Serie „Gossip Girl“ die Rolle der Jenny Humphrey) mit ihrer Band THE PRETTY RECKLESS vom Debütalbum „Light Me Up“ unters Volk gebracht. Hinzu kommen über eine Million verkaufte Downloads, ca. 50 Millionen Clicks auf YouTube sowie Facebook-Freunde und Twitter-Follower im siebenstelligen Bereich. Bisherige Nennungen im Rock Hard? Null! Im Rock-Hard-Forum? Null! Das dürfte eigentlich ausreichen, um die Relevanz des nun erscheinenden zweiten Albums „Going To Hell“ für unsere Leserschaft zu beziffern. Objektiv ist das hier natürlich alles „top-notch“. Fetter amerikanischer Breitwand-Sound, perfekt arrangierter und durchproduzierter Corporate-Zeitgeist-Rock für die Massen, vorgetragen von einer attraktiven Blondine, die zudem tatsächlich mit einer beindruckenden Stimme irgendwo zwischen Pink, Lita Ford und Mia Coldheart (Crucified Barbara) gesegnet ist. Und wenn THE PRETTY RECKLESS wie beim Uptempo-Rocker ´Sweet Things´ plötzlich in Muse-mäßige Melodie-Parallelwelten abdriften oder bei den Akustikballaden ´Burn´ und ´Waiting For A Friend´ glaubwürdige Emotionen transportieren, kann man erahnen, dass Taylor und ihre Jungs tatsächlich in der Lage wären, Nachhaltiges und Begeisterndes zu schaffen, wenn man sie von der Leine lassen und sie von dieser fast immer präsenten Einweg- und Wegwerf-Ästhetik befreien würde, die „Going To Hell“ alle Ecken und Kanten nimmt.

REVIEW 9.0 26.03.2014

(Album, RH 323, 2014)

THE TOWER - Hic Abundant Leones

Bad Omen/Soulfood (47:33) Zwar reißt der Strom an gutklassigen Vintage-Rock-Releases noch nicht ab, aber wirkliche Highlights und Ausreißer nach oben waren bis auf wenige Ausnahmen im letzten Jahr schon rarer gesät. Will Palmer (ex-Rise-Above-Records, Basser von Angel Witch) hat für sein neues Label Bad Omen allerdings noch mal eine richtige Perle an Land gezogen und präsentiert mit THE TOWER und ihrem Erstling „Hic Abundant Leones“ einen absolut großartigen Genre-Debütanten. „Bad Luck Boogie“ nennen die vier Schweden ihr individuelles Gebräu aus fantastischen Analogsounds und traumhafter Dynamik, das sich mal mehr und mal weniger offensichtlich bei nahezu allen Spielarten des härteren Rock der sechziger und siebziger Jahre bedient. Egal, ob Psychedelic-, Westcoast-, Folk- oder Garagen-Rock, einerlei, ob Einflüsse von Bands wie Blue Öyster Cult, Neil Young & Crazy Horse, MC5, Grateful Dead und Schwergewichten wie Black Sabbath oder Witchfinder General verbraten werden: THE TOWER bringen alles unter einen Hut und begeistern ohne Einschränkungen auf Albumlänge. Wer nicht ohne Referenzen zu aktuellen Bands auskommt, wird am ehesten noch bei frühen Graveyard und/oder Witchcraft fündig, stößt hierbei allerdings nicht auf mehr oder weniger Gemeinsamkeiten, als man sie auch zwischen Judas Priest, Iron Maiden und Saxon findet, die letztendlich ihre außergewöhnliche und unbestreitbare Klasse eint. Und genau die verbindet THE TOWER und „Hic Abundant Leones“ auch mit den Frühwerken ihrer Landsleute.

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