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REVIEW 7.5 25.07.2018

(Album, RH 375, 2018)

HALESTORM - Vicious

Atlantic/Warner (43:27) HALESTORM sind eigentlich immer dann am besten, wenn sie ihren Power-Rock mit Arena-Refrains, Pop-Appeal und Metal-Riffing ausstaffieren, während Lzzy Hale einen schicken Spagat zwischen Rock-Röhre und sexy Pop-Sternchen hinlegt. Wo sich das letzte Studioalbum „Into The Wild Life“ leider auf die Pop-Einflüsse der Band fokussierte, rückt „Vicious“ wieder einiges gerade. In der Summe ist der vierte Longplayer gar die härteste Scheibe der Band geworden. Die schmissige Single ´Uncomfortable´ bewegt sich auf den Spuren des Megahits ´Love Bites (So Do I)´, während ´Skulls´ so klingt, als hätte man Britney-Spears-Pop ins Metal-Genre hinübergerettet. ´Do Not Disturb´ besticht mit einer Unanständigkeit, die an The Pretty Reckless erinnert, während bei ´Conflicted´ einige coole Hole-Einflüsse zum Tragen kommen. Zusammen mit ´Buzz´ und ´Black Vultures´ ergibt das eine sehr stimmige A-Seite, deren Niveau die Band auf der B-Seite jedoch nicht halten kann, weil man hier kompositorisch leider etwas ins Beliebige abdriftet. Die stilistische Stoßrichtung stimmt aber diesmal, was sich auch darin zeigt, dass nur im abschließenden ´The Silence´ in den Schmusemodus geschaltet wird. Ronny Bittner 7,5 Nichts Neues aus der Materialforschung: Der Werkstoff HALESTORM bleibt Kunststoff mit Stahlglanz für Verkleidungen, akustischer Metallschaum zum Aufstylen grauer Alltage, authentisch wie die ab Werk zerfetzte Jeans von H&M und redundant wie AC/DC-Shirts von Aldi. „Vicious“ ist ein Baukastensystem mit Weichspüler, Wasserenthärter und Schonwaschmittel, also in keiner Weise dreckig im Sinne des Anrüchigen. Pop, Pop, Pop, schreibt Ronny gleich dreimal, aber Pose, Pseudo und Popozeigen statt -treten passen besser. Die belanglose Musik der Band, deren Erfolgsstrategie scheinbar auf Britney Spears´ Cover von ´I Love Rock´n´Roll´ beruht, damit sich Lzzy ein „i“ für ihren Namen leisten kann, wirkt weiterhin ebenso frech kalkuliert wie versiert umgesetzt - glatter als Teflon und eine bloße Oberfläche, an der man sich stoßen mag, aber nicht wehtun kann. Andreas Schiffmann 5,5 (PLUS-MINUS)

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