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REVIEW 9.0 31.01.1992

(Dynamit, RH 58, 1992)

EXHORDER - The Law

Mit EXHORDER kehrt nach kurzzeitiger Abstinenz eine der brutalsten und haßerfülltesten Bands der Welt ins Metal-Business zurück. Worte, die oft verwendet werden, auf keine andere Band aber so zutreffen wie auf EXHORDER. Wer die Band näher kennt, weiß, daß vor allem die Gitarristen Vinnie la Bella und Jay Ceravolo keine Kinder von Traurigkeit sind, wenn es darum geht, einem Rivalen, der es nicht gut mit den beiden meint, eins über die Rübe zu donnern. Aufgewachsen in vom Rassenkampf gezeichneten Stadtteilen von New Orleans, lernten die beiden, wie man sich dort über Wasser halten kann: Der Stärkere überlebt, heißt das Gesetz auf den Straßen dieser ansonsten wunderschönen Stadt. Ich erzähle euch das alles, weil es wahr ist, wovon ich mich höchstpersönlich vor Ort überzeugen konnte, und weil es zum besseren Verständnis der Musik EXHORDERs nötig ist. EXHORDER verarbeiten ihre Wut und ihren Haß gegen die Gesellschaft in vehementen Riffattacken, die "The Law" zu einem der unbändigsten Alben der letzten Zeit werden lassen. Es zeigt sich hier ganz deutlich, daß man seine Gitarren nicht herunterstimmen muss, um sie gnadenlos heavy klingen zu lassen. Wer in der Lage ist, solch messerscharfe, gewaltige Gitarrenriffs zu schreiben, die tatsächlich so etwas wie der sprichwörtliche Schlag ins Gesicht sind, hat das nicht nötig. Über diesem Riffgewitter steht der unvergleichliche "Gesang" von Kyle Thomas, einem lieben, netten Typen, der sich auf Platte und live zu einem Tier verwandelt und eine Haßtirade nach der anderen ausstößt. Ergänzt wird diese Mixtur durch das äußerst exakte Drumming von Chris Nail, einem gelernten Jazz-Schlagwerker, und durch die solide~ Bassarbeit des neuen Saitenquälers Franky Sparcella, der sich banddienlich im Hintergrund hält und nur ab und zu, wie etwa bei 'Un-Born Again', mit einigen gekonnten Licks in der Vordergrund prescht. Knaller wie 'The Truth' oder 'Unforgiven' beantworten die Frage, wer denn die härteste Band dieser Welt (sofern es die überhaupt gibt) ist, fast von selbst. So unglaublich es auch klingen mag: EXHORDER lassen die Jungs von Slayer vor allem live, aber auch stellenweise auf Vinyl wie biedere Bürschchen aussehen. 9 Punkte sind auch diesmal wieder das Mindeste, mit dem EXHORDER bedacht werden sollten. Ein Pflichtkauf!

REVIEW 01.01.1992

(Album)

EXHORDER - The Law

Um EXHORDER ranken sich verdammt viele Geschichten. Die beiden Gitarristen Jay und Vinnie schraubten sich zum Beispiel nicht nur reihenweise die mörderischsten Thrash-Riffs aller Zeiten aus den Handgelenken, sondern hatten auch etwas raue Umgangsformen: Wer nicht einer Meinung mit ihnen war oder der Band in irgendeiner Form an den Karren pinkelte, bekam schon mal ruckzuck die Fresse von den beiden poliert. Und dann gab es da einen gewissen Phil Anselmo, der mal kurzzeitig bei der Kapelle aus New Orleans hinterm Mikro stand, weil er mit der musikalischen Ausrichtung seiner damaligen Power Metal-Band Pantera nicht mehr einverstanden war. Und nachdem er dann wenig später ins Pantera-Camp zurückwechselte, hatten Phil & Co. plötzlich einen Gitarrensound, der dem von EXHORDER verdammt ähnlich klang... Dumm nur, dass EXHORDER ihren Plattenvertrag erst ein Jahr später bekamen. Nichtsdestotrotz haben die beiden Platten der Südstaatler inzwischen absoluten Kult-Status erlangt und werden in der CD-Version mittlerweile mit einem Mindestgebot von gut 100 DM gehandelt. Warum? Na, weil speziell „The Law“ eines der gnadenlosesten Thrash-Alben aller Zeiten ist, das auch heute noch alles und jeden an die Wand bläst. Stellt euch den Pantera-Klampfensound vor, dabei aber noch fiesere Riffs, noch härtere Midtempo-Beats und (bei Stücken wie ´Soul Search Me´ oder ´The Truth´) extreme Geschwindigkeits-Orgien. Dazu einen Sänger, der ins Mikro brüllt, als wenn er gerade komplett durchdrehen würde, und einen Drummer, der nahezu unglaubliche Sachen spielt. Nicht zu vergessen die völlig bekloppten Texte und eine arschgeile, hyper-aggressive Produktion eines gewissen Rob Beaton. Das ist „The Law“ - ein in seinem Bereich absolut unerreichtes Werk. Und genau deswegen habe ich Schiss vor einer EXHORDER-Reunion, wie sie jetzt angedacht ist, denn solch ein Album können die Jungs unmöglich noch mal machen!

REVIEW 9.0 19.10.1990

(Dynamit, RH 44, 1990)

EXHORDER - Slaughter In The Vatican

Oha, da haben Roadrunner aber einen ganz dicken Fisch an Land gezogen! Schon mit ihrem letztjährigen Demo wußte das aus New Orleans stammende Quintett zu begeistern. Aber was sie auf ihrem Debüt-Album "Slaughter In The Vatican" (geiles Cover übrigens!) bieten, übertrifft meine Erwartungen bei weitem. Thrash Metal ist angesagt - und zwar von der härtesten und brutalsten Sorte, etwa im Stile von Slayer. Genau, das ist es: Jedesmal, wenn ich mir "Slaughter In The Vatican" anhöre, fühle ich mich in die Zeit zurückversetzt, in der ich zum ersten Mal Scheiben wie etwa "Hell Awaits" hörte. EXHORDER gehen mit der gleichen Intensität und Brutalität zur Sache wie die kalifornischen Totschläger seinerzeit. Vor allenDingen haben EXHORDER eine Eigenschaft, die den meisten neuen Thrash-Acts fehlt: nämlich Eigenständigkeit. Klar, die genialen Gitarrenriffs könnten auch aus der Feder von Kerry King stammen, aber sie klingen nicht abgegriffen. Eigentlich hört sich die Scheibe so an, wie man sich "South Of Heaven" ursprünglich vorgestellt hatte. Die Tracks sind durchweg schnell und abwechslungsreich, die Leadstimme ist kräftig, aber natürlich, und für den nötigen Klasse-Sound, den diese Musik braucht, sorgte Mastermind Scott Burns. Somit hat diese Langrille alles, was man von einer richtig guten Thrash-Scheibe erhoffen darf. Neun fette Punkte für das beste Roadrunner-Signing seit langem! Welchen Schluß sollten die Thrash-Fans aus unserer Leserschaft daraus ziehen? Nun, es gibt drei Platten, die sich die Freunde dieses Genres diesen Monat kaufen sollten: natürlich die neue Slayer, No Return und eben EXHORDER. Auf geht's, Madels und Buam!

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