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REVIEW 30.04.1992

(Album, RH 61, 1992)

EXCITER - Kill After Kill

Die Geschwindigkeits-Opas aus dem Holzfällerland sind nach rund vierjähriger Vinylabstinenz wieder da. Endlich, muß gesagt werden, wenn man diesen Output in die Gehörgänge geblasen bekommt. Dort fressen sich die einzelnen Stücke nämlich hinein wie ein Drillbohrer. Da kommt z.B. mit 'Shadow Of The Cross' die Erwartung auf, plötzlich von einer Fledermaus am Gesicht gestreift zu werden: Ein Song im Black Sabbath-Klumpfußtempo, bei dessen Anhören Iommi, Dio & Co. jetzt schon der Angstschweiß auf der Stirn stehen müßte, ob es ihnen gelingen wird, auf ihrem Reunion-Album diesen Standard zu halten. Aber auch jede Menge Speed-Nummern, sechs an der Zahl, die sogar vor den Ohren gnadenloser Priest-Fans bestehen dürften (stimmt's, Painkiller-Götz?), werden geboten. Manchmal glaubt man allerdings, den einen oder anderen Song schon mal gehört zu haben, so ist 'No Life No Future' eher als Teil zwo von 'Rain Of Terror' aufzufassen, Aber wie auf diesem Album Musik mit dem Bauch gemacht wird, reißt einfach mit: ohne Breaks auf Teufel komm raus und mit kurzen, prägnanten Gitarrensoli, die auch bei Nicht-Musikern Gefallen finden. Ob Frischzellenkuren oder Genmanipulationen an den Mitgliedern der (zwischenzeitlich mal gesplitteten) Band dieses Wunder des Ausbrechens aus der Metal-Gruft ermöglichten, ist nicht recht auszumachen. Wohl aber die musikalische Qualität des Longplayers. Daran ändern auch die Spieldauer von nur 38 Minuten (Frechheit!) sowie der grauenhafte Sound meiner Advance-CD nichts, für den ja wohl eher die "technischen Kräfte" verantwortlich sind. Von mir gibt's neun dicke Punkte, obwohl keine Innovationen zu bemerken sind und einige Kollegen sogar meinen, die Scheibe würde altbacken klingen.

REVIEW 8.5 01.07.1985

(Album, RH 12, 1985)

EXCITER - Long Live The Loud

Was auf der Tour mit Accept schon abzusehen war - auch auf der neuen LP geben EXCITER Vollgas! Nach dem geilen Instrumentalintro geht's mit dem Titelstück 'Long Live The Loud' gleich zur Sache. Die Produktion ist zwar nicht hundertprozentig, aber wen stört das schon, wenn die meisten Nummern im "Violence And Force"-Tempo runtergebrettert werden. 'I Am The Beast' steht dem in nichts nach und ist vielleicht das härteste Stück der Platte. Es ist wie auf jeder EXCITER-LP: Dan Beehler kreischt wie ein Wahnsinniger und verprügelt dazu seine Drums. Allan Johnson und John Ricci vergewaltigen ebenfalls ihre Instrumente. Musikalische Feinheiten bleiben da zwar manchmal auf der Strecke, aber EXCITER besitzen die Energie und Courage, die heute vielen Gruppen fehlt, weswegen ihre Platten auch langweilig klingen. Nicht so bei den drei Kanadiern, 'Beyond The Gates Of Doom' und 'Sudden Impact' bieten wieder besten EXCITER-Speed. Zwischendurch wird bei 'Victims Of Sacrifice' schon mal mit halber Kraft gefahren. 'Born To Die' ist eine schöne Mitsingnummer, und 'Wake Up Screaming' ist vielleicht etwas langatmig geworden. Euer Geld ist aber in diesem Stück Vinyl auf jeden Fall gut angelegt. Der einzige Vorwurf,den man EXCITER machen kann, ist die Tatsache, daß sie ein bißchen eintönig klingen und schon seit langer Zeit etwas auf der Stelle treten. Wenn man den Sound berücksichtigt, scheint mir eine knappe 8,5 gerechtfertigt. Jemand anderer Meinung?

REVIEW 9.5 01.03.1984

(Album, RH 5, 1984)

EXCITER - Violence And Force

Nach der geilen LP "Heavy Metal Maniac" haben EXCITER es wieder fertiggebracht, eine ultraharte Scheibe aufzunehmen, die dem Debütalbum in nichts nachsteht. 'Oblivion' heißt das Gitarrenintro, und John Ricci scheint hier seine Gitarre zerstören zu wollen. Daß er es nicht geschafft hat, zeigt das folgende, gleichzeitig harte und schnelle Titelstück. Dan Beehler verprügelt wie ein Besessener sein Schlagzeug, während Allan Johnson mit seinem Bass diesen Soundwall undurchdringlich macht. Dazu kommt ein infernalisches Geschreie (von Dan) und kreischende Gitarrensoli von John, die den einzig wahren HM-Sound ausmachen (geil!!!). 'Scream In The Night' ist fast so schnell wie die Titelnummer, 'Pounding Metal' klingt ultraheavy und lädt zum Mitsingen ein (erinnert an Anvil). 'Evil Sinner' ist wieder im üblichen EXCITER-Tempo gehalten (hört euch diese Stimme an!). 'Destructor' zerstört eure Trommelfelle, 'Swords Of Darkness' ist dagegen richtig lasch. 'Delivering To The Master' beginnt langsam, schlägt aber dann in eine Headbangernummer um. Mit 'Saxons Of The Fire' geht es im selben Tempo weiter (also superschnell), ehe mit dem (nur) guten 'War Is Hell' die Platte (leider) schon beendet ist. Insgesamt eine 9,5 für EXCITER, da wir aufgrund der fehlenden Abwechslung auch einen kleinen Minuspunkt haben. Im übrigen sei erwähnt, daß die Scheibe eine nahezu perfekte Produktion durch The Rods-Drummer Carl Canedy erhalten hat.

REVIEW 01.01.1983

(Album)

EXCITER - Heavy Metal Maniac

Es ist müßig zu überlegen, wie das erste Speed Metal-Album der Hard´n´Heavy-Geschichte heißt. Tatsache ist, dass der ´83er Überknaller „Heavy Metal Maniac" im selben Jahr wie „Kill ´Em All" und „Show No Mercy" die Messlatte verdammt hoch gelegt hat. Die Kanadier EXCITER, die ja auch heutzutage noch alles in Grund und Boden rödeln, debütierten ´82 mit ´World War III´ (ein damals gern genommener Songtitel) auf Mike Varneys „US Metal II"-Sampler, was aber nur ein laues Lüftchen im Vergleich zum „Heavy Metal Maniac"-Meilenstein war (den EXCITER in meinen Augen auch nie mehr erreicht haben). Tracks wie ´Stand Up And Fight´, das fast schon doomige ´Iron Dogs´, ´Mistress Of Evil´, ´Blackwitch´ oder ´Cry Of The Banshee´ (mehr Klassiker geht nicht!) klingen räudig, kompromisslos und dabei immer eingängig genug, dass man seinen Schädel auch nach 20 Bier noch taktbewusst gegen die Bühne hämmern kann. Göttlich ist dabei vor allem der „Gesang" von Drummer (!) Dan Beehler, der das Mikro mittlerweile ja bekanntlich abgegeben hat. Ach so: Der Titelsong gehört übrigens zu den zehn größten Metal-Hymnen überhaupt, und ich kann mich noch prima daran erinnern, wie meine Wenigkeit und mein bester Kumpel Kutte in seinem völlig versifften, goldenen (!) Uralt-Audi 80 durch unsere Heimat Stolberg gecruist sind, genau diese Scheibe als ´75er Agfa-Ferro-Tape im fürchterlichsten Sound mit Karacho in die Anlage geworfen haben und Popper Popper sein ließen. Those were the times...

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