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REVIEW 10.0 17.10.2001

(Album, RH 174, 2001)

EMPEROR - Prometheus - The Discipline Of Fire & Demise

Gefesselt an einem Berg im Kaukasus, seine nachwachsende Leber täglich verschlungen von einem Adler, Höllenqualen durchleidend, ein Name: Prometheus. Nachdem bereits Carl Orff in der gleichnamigen Oper das Schicksal des Helden aufgriff, ist es nun dem Kaiser höchstpersönlich (Wat? Ich bin unschuldig! - bk) ein Bedürfnis, die Geschichte noch einmal zu erzählen. Und wie EMPEROR das tun, ist ergreifend, atemberaubend und geradezu verstörend. Sie zelebrieren Leidenschaft, Sinnlichkeit und abgrundtiefe Dunkelheit. Lieder werden zu Hymnen, eine Scheibe wird zum Vermächtnis. Natürlich ist es traurig zu wissen, dass EMPEROR sich mit ?Prometheus? für immer von uns verabschieden, aber kann wirklich von Trauer die Rede sein angesichts dieser hinterlassenen Offenbarung? Wohl kaum! EMPEROR lösen sich auf ihrer letzten Reise vollständig von allen Barrieren, bizarre Keyboards verschmelzen mit heftig zuckenden, orgiastischen Gitarrenausritten. Dies all ritterlich geführt und dominiert von einem entfesselnd aufschreienden und singenden Ihsahn. Nur selten lassen sich EMPEROR in Strophe/Refrain-Schemata pressen, denn meist wird das Szenario von komplexen, progressiven Strukturen dominiert, durchsetzt mit abgefahrenen Beats, Blasts und Breaks. ?Prometheus?, dieser Koloss, fordert die komplette Aufmerksamkeit; die Dichte der Kompositionen ist auch noch nach mehrmaligem Hören fast nicht zu durchdringen. Dabei präsentieren sich EMPEROR in einem Soundgewand, das in puncto Härte und Klarheit Maßstäbe setzen kann. Ist das Black Metal? Natürlich, und dies in seiner reinsten, dunkelsten Form. EMPERORs Werk ist in jeder Hinsicht erhaben, final und unzerstörbar. Eine majestätische Orgie des Wahnsinns, die EMPEROR für alle Zeiten unsterblich machen wird.

REVIEW 8.5 24.03.1999

(Dynamit, RH 143, 1999)

EMPEROR - IX Equilibrium

Dies also ist das Album, das den Black Metal in "intellektuelle" Sphären führen soll. Zwar gab es auch in der Vergangenheit Bands, die der Schwarzheimer-Szene entstammten und zum Teil höchst anspruchsvolle Sounds unters Volk brachten (z.B. Ulver, Samael oder Moonspell), aber in der Regel haben sich diese Bands gleichzeitig weit von ihren Wurzeln entfernt. Nicht so EMPEROR. Was uns die "Rush des Black Metal" hier in die Anlagen gezaubert haben, ist nicht nur intelligent zusammengestrickt, gut gespielt und fett produziert, sondern auch pechschwarz, brutal und kompromißlos heavy. Der stilistische Unterschied zum Vorgänger "Anthems To The Welkin At Dusk" ist nicht so gravierend wie erwartet, obwohl sich EMPEROR als Songwriter ein gutes Stück weiterentwickelt haben. Den Begriff "Song" interpretiert die Band dabei allerdings sehr ungewöhnlich: Nichts klingt wirklich eingängig, nirgendwo tauchen "Strophen" oder "Refrains" im herkömmlichen Sinne auf, und die Songstrukturen erscheinen zunächst wirr und undurchsichtig. Gleichzeitig aber besitzt das gesamte Album eine Art roten Faden, einen Fluß, der es dem Hörer leicht macht, den Einstieg zu finden. Hier paßt alles zusammen, obwohl die Zutaten im Grunde nicht unterschiedlicher sein könnten: rasende Uptempo-Parts, mächtige Riffs, spacige Keyboardpassagen, äußerst melodiöse Parts, kalte, befremdliche Atmosphäre, wütende, extreme Vocals, sanfte Akustik-Einschübe - verpackt in lange, verschachtelte Songs. "IX Equilibrium" ist keine Scheibe für den schnellen, ungestörten Genuß, sondern ein Werk, in das sich hineinzuwachsen lohnt.

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