Suche

Durch das Setzen eines Bandnamens in Anführungszeichen sind detailliertere Ergebnisse möglich.

REVIEW 19.12.2018, 08:00

(Buch, RH 380, 2018)

DEEP PURPLE - Deep Purple In Rock - Der lange Weg zu einem Meisterwerk

Mal Hand aufs Herz: Wer hätte gewusst, wie der ursprüngliche Titel von ´Speed King´ lautete? ´Kneel And Pray´. Diese kleine Quizfrage mag schon andeuten, dass „Deep Purple In Rock – Der lange Weg zu einem Meisterwerk“ nicht gerade leichte Lektüre für diejenigen ist, die sich in kompakter Form mit der Historie der englischen Hardrock-Pioniere beschäftigen möchten. Wer sich jedoch tiefgreifend mit dem Entstehen und der Wirkungsgeschichte eines der wichtigsten Hardrock-Alben aller Zeiten auseinanderzusetzen bereit ist, für den öffnet DEEP PURPLE-Archivar Simon Robinson (u.a. auch „Whitesnake – The Definitive Biography“ zusammen mit John Tucker) seine Schatzkiste. Und in der Tat ist die Informationsfülle auf den 168 Seiten fast erdrückend, Robinson und sein Co-Autor Stephen Clare präsentieren eine Vielzahl von Zitaten aus der damaligen Musikpresse, ergänzt durch eigene Interviews. So entsteht ein überaus lebhaftes Gesamtbild. Ihre Recherche wird gekrönt von den originalen Tagebuchauszügen Roger Glovers. Mehr geht nun wirklich nicht. Nur hier und da übertreiben es Robinson und Clare ein bisschen, etwa wenn bestimmte Live-Interpretationen des „In Rock“-Materials haarklein musiktheoretisch auseinandergenommen werden. Das stört ein wenig den insgesamt angenehmen Lesefluss, beweist aber noch einmal mit Nachdruck, dass sich das Autorenteam eben nicht mit halben Sachen zufriedengeben wollte.

REVIEW 8.5 22.03.2017

(Album, RH 359, 2017)

DEEP PURPLE - inFinite

Wenn man sich vergegenwärtigt, dass Ian Gillan und Roger Glover mittlerweile 71 Jahre alt sind und selbst Bandküken Steve Morse letzten Juli seinen 62. Geburtstag feierte, kann man nur staunen über die geistige wie körperliche Frische, mit der DEEP PURPLE nach fünf Dekaden immer noch ebenso originelle wie anspruchsvolle Musik aus dem Hut zaubern. Ein so bissfestes, vielseitiges Album wie „inFinite“ bekommt heutzutage keine einzige andere Band aus der Ursuppe des Hardrock mehr auf die Kette - und die meisten jüngeren Acts auch nicht. Bereits im harten Opener ´Time For Bedlam´ mit seinem sakralen Sci-Fi-Touch brennt das Quintett ein Ideen-Feuerwerk ab, das bei anderen Acts für einen kompletten Longplayer reichen würde, im von grandiosen Gitarren- und Keyboard-Leads gekrönten Breitwandepos ´All I Got Is You´ jagt ebenfalls ein Musenkuss den nächsten, und die verschachtelten, atmosphärischen Wunderwerke ´The Surprising´ und ´Birds Of Prey´ brennen dem Hörer eine Dauergänsehaut auf den Pelz. Aber auch wenn die Filigrantechniker wie in ´Hip Boots´ oder ´One Night In Vegas´ vergleichsweise schnörkellos drauflosgrooven, verbreiten sie eine einzigartige Magie, die selbst nach 19 überwiegend ähnlich famosen Studiowerken nichts von ihrem mitreißenden Charme verloren hat. Jedes Riff ist handverlesen, jeder Beat elektrisierend, fast jede Gesangslinie eine Ohrenweide - live long and prosper, Purple!

REVIEW 22.02.2017

(DVD - Musik, RH 358, 2017)

DEEP PURPLE - California Jam 1974

(Earmusic/Edel) Alter Wein in neuen Schläuchen? Das könnte man so sehen. Aber: Wenn es einen Auftritt gibt, der das Attribut „legendär“ verdient, dann ist es sicherlich die Performance der damals noch sehr jungen Mark-III-Besetzung von DEEP PURPLE am 6. April 1974 auf dem Gelände des Ontario Motor Speedway vor rund 200.000 Zuschauern. Allein aus diesem Grunde verdient der Konzertfilm „California Jam 1974“ schon das royale Reissue-Treatment: Das Filmmaterial (Bildformat: NTSC 4:3, Audio: Dolby Digital 2.0) inklusive wohldosiert eingesetzten Split-Screen-Spielereien wurde nicht nur aufwendig restauriert, sondern auch mit einem neuen Schnitt von Stephan Lier versehen. Die Linernotes warten dank eines aktuellen Interviews mit Glenn Hughes mit der einen oder anderen unbekannteren Backstage-Schmonzette auf. Auf der Bühne laufen Purple zu absoluter Hochform auf. Blackmores Gitarren-Improvisationen bei ´Mistreated´ sind reinste Magie. Die damaligen Neuzugänge Coverdale und Hughes teilen sich nicht nur die Leadvocals, sondern auch die Ansagen brüderlich und harmonieren dabei tadellos. Am Ende, bei der ausufernden ´Space Truckin´´-Jam, zerkloppt der „Man In Black“ nicht eines, nicht zwei, sondern gleich drei seiner geliebten Saiteninstrumente – Nummer zwei landet dabei mit voller Wucht direkt in der Linse des ABC-Kameramannes – und ein paar Amps und Monitorboxen gleich mit. Die raumgreifende Regenbogen-Deko auf der Bühne des „California Jam“ soll Ritchie Blackmore übrigens der Sage nach später bei der Taufe seines „Soloprojekts“ inspiriert haben. Das kompakte Bonus-Segment der DVD besteht aus von der Crew auf Super 8 gefilmten Backstage-Impressionen.

Melde dich für unseren Newsletter an und verpasse nie mehr die wichtigsten Infos

Diese Seite verwendet Cookies. Erfahrt in unserer Datenschutzerklärung mehr darüber, wie wir Cookies einsetzen und wie Ihr Eure Einstellungen ändern und Cookies deaktivieren könnt. Darüber hinaus verwenden wir Cookies Dritter für die Einbindung audiovisueller Inhalte durch Youtube, Spotify und Soundcloud. Dem könnt ihr hier zustimmen oder dies ablehnen. Datenschutzerklärung ansehen.