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REVIEW 7.0 26.06.2013

(Album, RH 314, 2013)

DEATH SS - Resurrection

Scarlet/Soulfood (59:30) Es ist nicht die erste Wiederauferstehung der 1977 gegründeten italienischen Schock-Rock/Metal-Zombies. Sieben Jahre nutzte Namenspatron Steve Sylvester seit „The 7th Seal“ zum Verlustieren in anderen Projekten und dem Schreiben der von Frank geforderten besseren Hooks. Geblieben ist die Stilmischung aus den Ursprüngen und der Elektro/Industrial-Phase: ´Revived´ klingt direkt als Auftakt nach den Großvätern der unsäglichen Deathstars, ´Santa Muerte´ flirtet mit Rob Zombie, ´The Crimson Shrine´ und ´Star In Sight´ verkörpern poppigen Dark Metal und Gothic-Edelkitsch mit Co-Sängerin im Stil der Spätneunziger-Produktionen aus dem Woodhouse-Studio. ´Dionysus´ rockt bei ähnlicher Ausrichtung konservativ, beinahe radiofreundlich zwischen Lordi und Nightwish-Gesäusel, ´The Devil´s Graal´ trägt als Düsterhalbballade schwarze Spitze. ´The Darkest Night´ von der gleichnamigen 2012er EP setzt auf Loops und steht damit in starkem Kontrast zum tonnenschweren Grusel-Doom von ´Ogre´s Lullaby´ oder dem fröhlichen Rocker ´Bad Luck´ am Albumende. „Resurrection“ ist keine Offenbarung, aber besser als der Vorgänger. 3 Fragen an DEATH SS-Sänger Steve Sylvester: Steve, heute liefern DEATH SS Erkennungsmelodien für TV-Serien und Kinofilme, feiern große Jubiläen und headlinen Festivals in Italien. Sehnst du dich danach, wieder als gefährlich wahrgenommen zu werden? »Tatsächlich bin ich keine riesige Berühmtheit. Ich bin immer gradlinig meinen Weg gegangen und habe in meiner Musik und Kunst immer meinen Willen verfolgt. Es hat eben sehr lange gedauert, bis diese Arbeit Beachtung fand. Konventionelle Denker halten mich weiterhin für gefährlich, und wir sind immer noch nicht die Band, die sie in ihrer Kirche auftreten ließen. Im Gegenteil: DEATH SS sind zurück, böser und verstörender denn je. Vielleicht ist die Masse Horror mehr gewohnt, aber wir haben immer noch Probleme, ein genreübergreifendes Publikum zu finden, obwohl unser künstlerischer Wert langsam erkannt wird.« Wurden die modernen Arrangements und Sounds der letzten Alben auch intern kontrovers diskutiert? »Wir kreieren Horror-Musik und sind keine Verteidiger des „wahren Heavy Metal“. Beim Komponieren denke ich nur an das Gefühl, das ein Song kommunizieren soll, und nicht daran, auf welchen Instrumenten er arrangiert werden muss. In unserer Evolution ist nichts vorherbestimmt. Wir bewegen uns vorwärts, möglichst ohne unsere Vergangenheit zu wiederholen. Zudem denke ich, dass wir kaum die vieldiskutierte Elektronik eingesetzt haben. DEATH SS waren immer eine Rockband, und ich sehe nichts Verwerfliches in einigen Samples. Wer das nicht mag, soll sich abregen. Wir werden weiter die Musik spielen, die uns vorschwebt.« War die Band nach „The 7th Seal“ und dem 30. Jubiläum aufgelöst? »Ich nahm eine terminlich nicht festgelegte Auszeit und gründete Sancta Sanctorum und Opus Dei; Letztere mussten sich wegen der Beschwerde einer christlichen Gemeinschaft in W.O.G.U.E. umbenennen. Ich schrieb die Autobiografie von mir und der Band und trat als Soundtrack-Komponist und Schauspieler in Erscheinung. Aber DEATH SS wurden nie gestoppt. Wir sahen uns regelmäßig und komponierten gemeinsam.« (btj)

REVIEW 7.0 16.10.2002

(Album, RH 186, 2002)

DEATH SS - Humanomalies

Die kultigen Horror-Rocker aus Italien setzen den auf „Panic“ eingeschlagenen Weg fort und schmeißen uns auch heuer wieder einen Elektro-Metal-Brocken vor die Füße. Chefdenker und Frontmann Steve Sylvester kann zwar immer noch nicht richtig singen, aber das fällt, im Gegensatz zu früher, nicht mehr so ins Gewicht: Ein paar Effekte auf die Stimme, und schon passt der Gesang perfekt zum Sound. Der liegt erneut irgendwo in der Schnittmenge aus Industrial, Gothic, Nu Metal und Alice Cooper, wobei das Quintett weniger auf brachiale Härte als vielmehr auf Atmosphäre setzt. Zwar fährt die Band auch das eine oder andere Brett, aber der Großteil der 15 Songs – darunter einige Intros und eine sehr eigene Version des Stones-Klassikers ´Sympathy For The Devil´ – düstert im mittleren Drehzahlbereich vor sich hin. Das ist auf Dauer leider etwas eintönig. Ein bisschen mehr Abwechslung, wie bei ´The Sleep Of Reason´, einer konsequent ruhig gehaltenen Nummer mit Piano, oder dem fixen und eingängigen ´Feast Of Fools´ hätte dem von David Shiffman (Nine Inch Nails, System Of A Down) gemixten Album durchaus gut getan. Trotzdem kann man sich an „Humanomalies“ gut festsaugen. Alleine schon, weil Herr SS in seinen Texten eine ganz spezielle und surrealistische Weltanschauung offenbart. Übrigens: Die CD läuft nicht auf dem PC – dort gibt´s lediglich ein animiertes Flash-Filmchen, in dem die neuen Endzeit-Krieger-Kostüme bestaunt werden können.

REVIEW 8.0 23.08.2000

(Album, RH 160, 2000)

DEATH SS - Panic

Die Italiener von DEATH SS werden seit Jahren stäflich unterbewertet. Sicher, ihr Auftreten mit all den merkwürdigen Kostümen mag auf manche Leute etwas albern wirken, sollte aber nicht darüber hinweg täuschen, dass die Kapelle im Laufe der Jahre einige wirklich gute Scheiben veröffentlicht hat. Vor allen Dingen sind DEATH SS zu keiner Zeit berechenbar. In den Achtzigern gehörten sie zu den ersten Bands, die Metal mit Gothic-Elementen kombinierten, die letzten Scheiben tendierten eher in eine King Diamond-mäßige Mischung aus kraftvollem Metal und Horror-Soundtrack-artigen Klangeffekten. Nun überraschen DEATH SS wieder mit einer neuen stilistischen Ausrichtung: Namensgeber Steve Sylvester und seine Mannen haben ganz offensichtlich die Vorzüge elektronischer Synthie-Sounds (Kennst du einen, der mit Petroleum oder Raps-Öl läuft? - Red.) für sich entdeckt und kommen mit einem ganzen Paket groove-betonter und tanzbarer Elektro Metal-Nummern daher. Auch diesmal unterschreitet die Band dabei nie ein gewisses Qualitätslevel - im Gegenteil: Mit dem flotten 'Hi-Tech Jesus', dem episch-schleppenden 'Tallow Doll' oder den fett abrockenden 'The Cannibal Queen' und 'Rabies Is A Killer' haben DEATH SS einige tolle Ohrwürmer am Start, die der Horror-Truppe möglicherweise auch außerhalb ihres Heimatlandes endlich die längst verdiente Anerkennung bringen könnte. "Panic" bringt - nicht zuletzt auch dank der exzellenten Produktion von Neil Kernon - alles mit, was ein modernes Metal-Album mit internationalem Standard heute braucht. Diese Scheibe solltet ihr unbedingt mal beim Dealer eures Vertrauens antesten!

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