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REVIEW 8 24.07.2019, 08:00

(Dynamit, RH 387, 2019)

DARKTHRONE - Old Star

New Wave Of Black Heavy Doom? Der Mensch neigt dazu, Dinge in eine Schublade stecken zu wollen, und der genannte Schriftzug könnte zumindest die Richtung, aber nicht das ganze Ausmaß des nunmehr 18. DARKTHRONE-Albums erfassen, auf dem sich Fenriz und Nocturno Culto mal wieder als wahre Riffmeister entpuppen. Eine wirklich großartige Produktion (dynamisch, organisch, kräftig und transparent) formt das Fundament, um die Fühler in Richtung des traditionellen Doom à la frühe Candlemass, Proto-Black-Metal à la Hellhammer und klassischen Heavy Metal auszustrecken und mit der ursprünglichen DARKTHRONE-Atmosphäre (rau, kalt, melancholisch) zu versiegeln. Ein Highlight ist definitiv 'The Hardship Of The Scots', mit dessen Anfangsriff sie locker auf dem Keep It True auftreten könnten, ehe ein totaler „Satanic Rites“-Moment zäh wie kraftvoll einschlägt, der dann auch wieder vergeht und vom ersten Motiv samt raffiniert darübergelegtem Solo abgelöst wird und nach einer kurzen Spannungspause wieder eine andere Wendung (und ein weiteres geiles Riff) (an)nimmt. Auch kleine, fein gestreute Details wie das in unterschiedlicher Höhenlage und Verzerrung gedoppelte Riff am Ende von 'Alp Man' oder die unterschwellig wütende Tempoerhöhung der Gitarre in 'Duke Of Gloat', auf das auch wieder eine zerreißende Melodie folgt, machen „Old Star“ zu einem spannenden Werk, das zwar sehr im Zeichen der Achtziger steht, aber trotzdem nicht staubig klingt. Dafür gibt's acht von zehn „Ughs!“.

REVIEW 8.0 21.04.2010

(Album, RH 276, 2010)

DARKTHRONE - Circle The Wagons

Es hat etwas von religiösem Eifer, wenn Fenriz, Rock-Hard-Kolumnist, Underground-Papst und DARKTHRONE-Dreschflegel in Personalunion, die Trendreiterei der aktuellen Metalszene belächelt und sein Insiderwissen dazu nutzt, auf obskurste Demos und liebevoll aufgemachte Vinyl-Kleinstauflagen aufmerksam zu machen. Aber eins ist klar: Der Mann weiß, wovon er spricht, und hat keinerlei Bock, sich zu verbiegen. Womit wir zu „Circle The Wagons“ kommen, auf dem Fenriz zusammen mit seinem kongenialen Sidekick Nocturno Culto einmal mehr mit der Erwartungshaltung eingefleischter Fans spielt. Black-Metal-Punk war gestern, Black Metal schon vorgestern, und die death-metallischen Frühwerke der Bandgeschichte scheinen aus einer völlig anderen Zeitrechnung zu stammen. Im Hier und Jetzt regiert räudig runtergeprügelter Underground-Metal mit massiven Punk- und Speed-Einflüssen, der im wenig schicken, aber absolut authentischen Achtziger-Jahre-Rumpel-Soundgewand daherkommt. Dazu gibt es - so viel Zeit muss schließlich sein - die eine oder andere stilistische Verbeugung vor Bands wie Venom (´I Am The Working Class´) oder Manilla Road (´Those Treasures Will Never Befall You´) und tonnenweise Fuck-you-Attitüde. Das mag und soll gar nicht jedem gefallen, hat aber mehr Charme und Spirit als 99 Prozent der übrigen Veröffentlichungen. Bleibt zum Abschluss die Frage, was als Nächstes kommt. Die Low-Fi-Version eines Krautrock-Albums im typischen DARKTHRONE-Style vielleicht? Konsequent wäre es.

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