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REVIEW 7.5 30.08.2017

(Album, RH 364, 2017)

CRIMFALL - Amain

Metal Blade/Sony (45:49) Zunächst klingt „Amain“ allzu unauffällig, wie tausend Mal gehörtes Symphonic-Metal-Business as usual. Bombastische Fanfaren, weiblicher Gesang, wütende Growls, all diese Dinge. In der Tat jedoch entfaltet „Amain“ nach dem zunächst etwas banalen Einstieg mehr und mehr Klasse, die sich vor allem in den starken Melodien zeigt: Mit erstaunlicher Leichtigkeit lässt die finnische Band typisch neoklassische Metal-Motive in facettenreiche und fein arrangierte Themen übergehen, die inmitten der komplexen Songs viel Gefühl transportieren und überdies ausgesprochen eingängig sind. Ein absolutes Ass im kollektiven Ärmel der Band ist ihre Sängerin Helena Haaparanta, die sich mit den Besten des Genres messen kann, dabei glücklicherweise nie in den Sopran verfällt, den viele Kolleginnen mehr schlecht als recht beherrschen. In der zweiten Albumhälfte warten mit ´Ten Winters Apart, Pt. 4: Dawn Without A Sun´ und ´Mother Of Unbelievers´ gar zwei veritable Hits, die Freundinnen und Freunde des Genres kennen sollten - wie eigentlich auch den Rest dieses feinen Albums. 3 Fragen an CRIMFALL-Sänger Mikko Häkkinen: Mikko, was sind eure Einflüsse, und wie baut ihr auf diesen auf? »Unsere Inspiration kommt aus verschiedenen Quellen, wir versuchen, uns nicht zu beschränken, wenn es darum geht, Grenzen zu sprengen. Eine unsere wichtigsten Inspirationen sind schon immer Film-Soundtracks gewesen. Wir versuchen, visuelle Musik zu erschaffen, die Atmosphären und Bilder mit Noten malt.« Was macht euch einzigartig? »Vermutlich die extremen Kontraste, die wir in unsere Musik einweben. Unsere Sängerin Helena hat eine unglaubliche stimmliche Bandbreite von süßestem Flüstern bis hin zu kraftvollstem Gesang. Zusammen mit fiesen Dark-Metal-Growls versuchen wir, die Leute auf eine Reise von den tiefsten Tälern hinauf auf die höchsten Höhen zu schicken. Wobei wir natürlich oft die Gemüter entzweien. Manche wünschen sich mehr vom einen, andere mehr vom anderen. Der Kontrast ist jedoch das, was uns ausmacht.« Wovon handeln die Lyrics des Albums? »Das Album ist eine Reise, die mit dem großen Finale beginnt; dem Moment, wenn es keinen Weg mehr zurück gibt und der Sturm am Horizont schon ganz nah ist. Um es mit diesem Sturm aufzunehmen, muss man alles vergessen, was man gelernt hat, jedes Schwarz-Weiß-Denken über Bord werfen und in Flammen auferstehen, die selbst dem stärksten Regen trotzen. Entweder das - oder man wird einfach weggerissen. Ein für uns wichtiges Thema ist Freiheit, und zwar von Liturgien, versklavenden Traditionen und nationalem Fanatismus. Unsere Songs handeln oft von Krieg, aber nicht von Ruhm und Ehre, sondern von verletztem Stolz und den noblen Gründen, die Leid und Ausbeutung rechtfertigen sollen.« (tb)

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