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REVIEW 8,5 18.03.2020, 08:00

(Dynamit, RH 395, 2020)

TESTAMENT - Titans Of Creation

Die Freude über ein neues TESTAMENT-Album ist immer groß, aber die Band hat ein Problem: Jedes aktuelle Werk wird am Backkatalog gemessen, der an Highlights nicht arm ist. Im direkten Vergleich zum Vorgänger „Brotherhood Of The Snake“ hat „Titans Of Creation“ schon mal die Nase vorn. Während die 2016er Scheibe recht schnell zusammengeschustert wirkte, tönt „Titans Of Creation“ wesentlich durchdachter und abwechslungsreicher. Schon in der ersten Hälfte kann das Album mit drei Highlights punkten: Das mitreißende 'WW III' klingt ein bisschen, als würde Metallicas 'Battery' auf Machine Heads 'Davidian' treffen, während 'Night Of The Witch' mit Black-Metal-Einflüssen für frische Impulse sorgt. 'Dream Deceiver' spielt hingegen mit klassischen Heavy-Metal-Klängen (vor allem mit Scorpions' 'He's A Woman...' - bk) und entpuppt sich als enorm eingängige Nummer, die beweist, dass TESTAMENT auch ohne komplexe Songstrukturen hervorragend funktionieren. An anderen Stellen denkt das Quintett etwas zu sehr um die Ecke bzw. stellt den musikalischen Anspruch über den Zweck, einen eingängigen Song zu kreieren, wofür der sperrige Opener 'Children Of The Next Level' als Paradebeispiel steht. Mit 'City Of Angels' und 'Ishtar's Gate' wagt die Band sich mal wieder in langsamere und ruhigere Gefilde, in denen die Saitenfraktion noch besser ihr Können unter Beweis stellen kann, wobei die Songs aber nicht richtig auf den Punkt kommen. Glücklicherweise kriegt die Scheibe in der zweiten Hälfte wieder die Kurve: Die Alex-Skolnick-Nummer 'Symptoms' fällt musikalisch zwar ambitioniert aus, schafft es mit fernöstlicher Melodieführung und einem mitgrölkompatiblen Refrain aber, nicht nur Hirn, sondern auch Herz anzusprechen. Nach dem soliden 'False Prophet' zeigen 'The Healers' und 'The Code Of Hammurabi' noch mal eindrucksvoll, wie gut TESTAMENT den Wechsel zwischen Thrash- und Death Metal beherrschen, ohne dabei an Eingängigkeit einzubüßen. Das knüppelharte 'Curse Of Osiris' ist ein würdiger Abschluss, dessen instrumentales Outro 'Catacombs' eher wie ein Intro anmutet (muss man nicht verstehen). Fazit: Das durchgehend hohe Niveau des 1999er Meisterwerks „The Gathering“ wird zwar wieder nicht erreicht, doch von den jüngeren Veröffentlichungen geht „Titans Of Creation“ knapp hinter „Dark Roots Of Earth“ über die Ziellinie.

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