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REVIEW 8.5 29.08.2018

(Album, RH 376, 2018)

BETONTOD - Vamos!

Das ging fix: Gut anderthalb Jahre nach der Veröffentlichung ihres Top-3-Studiodrehers „Revolution“ bzw. neun Monate nach dem Release der Live-CD/DVD „1000 x Live“ stehen BETONTOD bereits mit ihrem nächsten Tonträger in den Startlöchern. „Vamos!“, „Auf geht´s!“, schimpft sich das neunte offizielle Studioalbum der Punkrocker vom Niederrhein, die für mich spätestens seit ihrer ersten Produktion unter der Leitung ihres Stammproduzenten Vincent Sorg (u.a. Die Toten Hosen, Broilers, Donots), „Entschuldigung für nichts“ (2012), die gelungene Alternative für all jene sind, denen die Onkelz zu „asi“ bzw. nicht koscher und die Hosen viel zu kommerziell sind. Beinahe überflüssig zu erwähnen, dass bei der einen oder anderen Nummer erneut das Faible des Gitarrenduos Vohwinkel/Schmelz für Heavy Metal, insbesondere Iron Maiden, durchschimmert (z.B. beim famosen Titeltrack und ´Es ist vorbei´), und dass es auch auf „Vamos!“ wieder nur so vor „Ohohos“ wimmelt, versteht sich von selbst. Schließlich gehört dieses Stilmittel zur BETONTOD-DNA wie das Faible der Rheinberger für Bier und Hochprozentiges. Apropos Alkohol: Dass der Erstauflage eine Bonus-CD mit dem verheißungsvollen Titel „Trinkhallen Hits Vol. 1“ beiliegt, auf der die Rheinberger insgesamt zehn Schlager aus den siebziger Jahren von ´Fiesta Mexicana´ über ´Griechischer Wein´ bis zu ´Schöne Maid´ durch den Beton(tod)mischer drehen, ist zwar ein zusätzliches Kaufargument, wirklich begeistern können die Herren aber vor allem mit ihrem eigenen Material wie den oben genannten Nummern, aber auch dem Opener ´Zusammen´, ´La Familia´ und dem überragenden ´Stück für Stück´.

REVIEW 8.5 19.12.2016

(Album, RH 356, 2016)

BETONTOD - Revolution

Arising Empire/Warner (40:26) PLUS-MINUS Bereits in der Vergangenheit war der Straßencharme einer der größten Trümpfe von BETONTOD, und auch diesmal gibt´s u.a. mit ´Dein Kuss schmeckt wie ein Cocktail aus Lippenstift und Dosenbier´ oder ´Bambule und Randale´ (featuring Dritte-Wahl-Sänger Gunnar) authentische Texte mit Attitüde. Gut auch, dass die Band sich klar gegen Rechtspopulismus positioniert. Darüber hinaus hat sie unter der Leitung von Produzent Vincent Sorg (Die Toten Hosen, In Extremo) mittlerweile eine bemerkenswerte musikalische Entwicklung vollzogen, die sich u.a. in der enorm großen Bandbreite widerspiegelt. Eingeleitet von einem coolen Spaghetti-Western-Intro, bietet „Revolution" nämlich ein riesiges Repertoire von Deutschrockern zum Mitgrölen (z.B. ´Freunde´, ´Revolution´) über die Unplugged-Ballade ´Verdammt schwer´ und den The-Clash-mäßigen Punk-Hit ´Nimm mich mit´ (inklusive witzigem Videogame-Sound-Solo) bis zu den beiden erstaunlich metallischen Volltreffern ´Welt in Flammen´ und ´Mann über Bord´ (mit zweistimmigen Leadgitarren). Das bislang beste Album der Rheinberger Revoluzzer! Marcus Schleutermann 8,5 BETONTOD brauche ich genauso wenig im Rock Hard wie Böhse Onkelz oder Frei.Wild, wiewohl die beiden als (Medien-)Phänomene wenigstens zur Diskussion anregen. Aber diese Herren hier - und das bestätigt „Revolution" - sind so harm- und belanglos (wie Campinos Bande übrigens), dass es wehtut. Punk ad absurdum geführt, Allerwelts-Rock im Studio noch glatter gestriegelt, dümmste Stimmungsmache in den Texten... Es gibt keinen Fauxpas, den sich die Band nicht leistet, und wer das „Revoluzzer" nennt, hält auch Totenschädel hinter Frakturschrift für rebellisch. Raus aus dem Heft mit solchen Pop-Wölfen, die sich im Pelz der Schafe unter den Metal-Hörern verstecken möchten! Andreas Schiffmann 4,5

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