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REVIEW 8.0 19.01.2011

(Album, RH 285, 2011)

BETHLEHEM - Stönkfitzchen

Red Stream (31:38) „Mein Weg“, der letzte offizielle Longplayer der Grevenbroicher Urgesteine, hatte mit Black Metal nichts mehr zu tun, sondern spiegelte die damaligen Hörgewohnheiten des Bandkopfs Jürgen Bartsch wider: Rammstein, Type 0 Negative sowie diverse Gothic-Truppen. Nach „A Sacrificial Offering To The Kingdom Of Heaven In A Cracked Dog´s Ear“, einer von Shinings Kvarforth eingekreischten Neuinterpretation des Klassikers „S.U.I.Z.I.D.“, bietet vorliegende Mini-CD mit dem geschmacklos-komischen Vertauschte-Buchstaben-Titel die ersten tatsächlich neuen Stücke seit sechs Jahren. Wieder ackert, schwitzt und blutet der schwedische Selbstverstümmler am Mikro - dreimal auf Deutsch, wohlgemerkt! Und er kann mit unserer Sprache ziemlich prima umgehen und sie rauchig auskotzen, dieser schräge Messerwetzer. Ferner quält sich Kvarforth im Stück ´Pillerthrillaren´ durch einen eigenen (schwedischen) Text und in ´The 11th Hour´ durch eine Neueinspielung des „Mein Weg“-Ohrwurms ´Dr. Miezo´. BETHLEHEM gehen nach langer Zeit wieder rabiat, widerlich, pechschwarz, hoffnungslos und misanthropisch zu Werke. Es bedarf einer halben Stunde, um der Welt zu zeigen, wer die Meister des sogenannten Suicidal Black (oder besser: Dark) Metal sind. Das Stink-, ähem, „Stönkfitzchen“ mit seltsamen Songtiteln der Marke ´Kalt regelt ab die Krankgeburt´ gehört in jede vernünftige Sammlung musikalischer Obskuritäten.

REVIEW 5.0 27.05.1998

(Album, RH 133, 1998)

BETHLEHEM - Sardonischer Untergang im Zeichen irreligiöser Darbietung

Die deutschen Darkmetaller von BETHLEHEM schaffen es mit schöner Regelmäßigkeit, ihre Fans immer wieder in Verzückung zu versetzen, beim Verfasser dieser Zeilen lösen sie jedoch einfach nur große Verständnislosigkeit aus. Eines aber ist sicher: In irgendwelche Schubladen läßt sich diese Band ganz sicher nicht einordnen! Ihr letztes Album "Dictius Te Necare" ging mir zum Beispiel aufgrund der völlig unkontrolliert wirkenden, hysterisch herausgekreischten Vocals endlos auf den Sender. Zwar hat es seitdem einen Wechsel am Mikro gegeben (für den Pavor-Basser Landfermann kam Marco von Deinonychus), aber auch das neue Werk will mir immer noch nicht so recht reingehen. Das mag zum einen wieder mal am ähnlich gelagerten Gesang liegen, auf der anderen Seite sind es aber auch die zumeist völlig depressiv klingenden Songstrukturen. Zahlreiche doomige Passagen sowie nervenzerfetzende Disharmonien in Verbindung mit hartem Metal-Sound und krassen deutschen Texten spiegeln sehr deutlich das offensichtliche Lieblingsthema dieser Truppe wider, das da heißt: Tod - in allen möglichen Varianten. Wer also auf der Suche nach einer völlig eigenständigen, extremen Band ist, sollte BETHLEHEM mal antesten. Selbstmordgefährdete machen aber besser einen großen Bogen um alles, was das Logo der Band ziert, denn dieser Sound zieht einen garantiert runter. Der Albumtitel heißt in Kurzform sicher nicht ohne Grund S.U.i.Z.i.D.!

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