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REVIEW 9.0 20.08.2008

(Dynamit, RH 256, 2008)

BACKYARD BABIES - Backyard Babies

Der letzte Longplayer „People Like People Like People Like Us“ war bei weitem nicht so schlecht, wie er von vielen gemacht wurde, auch wenn er eine gewisse Orientierungslosigkeit ausstrahlte und letztendlich den Nerv der Zeit verfehlte. Und auch „Backyard Babies“ ist nicht der Giftgrüne geworden, den man der Generation Grunge/Alternative 1998 in Form von „Total 13“ ins Gesicht rotzte. Aber spätestens in der zweiten Hälfte des aktuellen Albums nähern sich die Schweden jenem Klassiker wie auf keiner anderen Scheibe ihrer Bandhistorie. So erinnert das Riff von ´Idiots´ ziemlich stark an den Gassenhauer ´U.F.O. Romeo´, und der Song lässt auch endlich wieder deutliche Einflüsse von Social Distortion durchscheinen, die später auch immer wieder bei Songs wie ´Nomadic´ oder ´Back On The Juice´ auftauchen. Der Opener ´Fuck Off And Die´ oder auch ´Come Undone´ hätten hingegen auch auf „Making Enemies Is Good“ stehen können, wenn diese Scheibe damals eine Spur räudiger ausgefallen wäre. Laut Sänger Nicke war die Trennung von seiner langjährigen Freundin eine große Inspiration zum Album, was sich in einigen deutlich angepissten Lyrics widerspiegelt. Aber trotz dieser negativen Episode erreichen die BACKYARD BABIES zum ersten Mal tatsächlich wieder die Unbekümmertheit und Leichtigkeit ihres Klassikers, auch wenn unterm Strich dessen ungestüme Energie zehn Jahre später einer songwriterischen, erwachsenen Souveränität weicht.

REVIEW 8.5 19.04.2006

(Dynamit, RH 228, 2006)

BACKYARD BABIES - People Like People Like People Like Us

(38:41) Die Vorfreude war natürlich groß, als sich rumgesprochen hatte, dass Hellacopters-Chef Nicke „Royale“ Andersson die Produktion fürs neue BACKYARD BABIES-Album übernehmen würde. Auch wenn die Zeiten der gnadenlosen Feedback-Orgien im Hause Hellacopters schon genauso lange Vergangenheit sind wie bei den Babies selbst, traute man dem Vintage-Fetischisten Andersson einen deutlich sensibleren Umgang mit den Klangerzeugnissen von Dregen & Co. zu als dem auf Hochglanzproduktionen spezialisierten Joe Barresi, der noch bei „Stockholm Syndrome“ hinter den Reglern saß. Aber mehr noch als am Sound, der zwar sehr natürlich und warm, aber leider auch einen Tick zu kraftlos ausgefallen ist, macht sich das Mitwirken von Andersson bei den Songs selbst bemerkbar. Die Gesangsmelodien aller Stücke rücken deutlich in den Vordergrund, wirken wesentlich arrangierter und durchdachter, als es je auf einem Babies-Album der Fall war. Und hiermit dürften viele wohl noch größere Probleme haben als mit der etwas schwachbrüstigen Produktion, denn dadurch avanciert „People Like People...“ zum Album mit dem bisher niedrigsten Arschtrittfaktor in der Babies-Diskographie. Wer die räudige Attitüde des Klassikers „Total 13“ auf den letzten beiden Platten nicht vermisst hat, wird ohne Zweifel auch an der neuen Scheibe seine Freude haben. Und dass ausgerechnet der erste Akustik-Rocker im Programm der BACKYARD BABIES (´Roads´) zum stärksten Stück des Albums avanciert, ist dann schon fast eine logische Konsequenz. Auch wenn „People Like People...“ durch die Zusammenarbeit mit Nicke Andersson nicht zum erhofften Überflieger geworden ist, bleibt unterm Strich ein starkes Album, dass aber ohne Frage polarisieren wird.

REVIEW 19.10.2005

(Album, RH 222, 2005)

BACKYARD BABIES - Tinnitus + Live Live In Paris

(130:50) Während in nahezu allen anderen Ländern die Best-of-Compilation „Tinnitus“ und der Livemitschnitt „Live Live In Paris“ getrennt voneinander veröffentlicht wurden, werden die Fans der Schweden hier zu Lande für die beiden Scheiben nur einmal zur Kasse gebeten. Durchaus sinnvoll! Denn nach nur vier Studioalben ergibt die Zusammenstellung einer Best-of wirklich nur bedingt Sinn. Zum einen hat die Band mit ihrem fulminanten 1998er Überflieger „Total 13“ einen Kracher in ihrem Backkatalog, der keinen einzigen verzichtbaren Song enthält und somit auf einer Best-of absolut nicht entsprechend gewürdigt werden kann. Und zum anderen finden auch keinerlei Songs der eher wenig verbreiteten EPs oder B-Seiten Berücksichtigung, die es wahrlich verdient hätten, einer breiteren Masse vorgestellt zu werden. Hinzu kommt, dass die Tracklist der beiden Scheiben nahezu identisch ist, wobei „Live Live In Paris“ mit zusätzlichen vier Songs einen besseren Überblick über das bisherige Schaffen der BACKYARD BABIES bietet. Diesen Mitschnitt aus dem Jahre 2004 kann man allen Fans und Neueinsteigern uneingeschränkt ans Herz legen. Spielerisch und soundtechnisch gibt es absolut nichts zu bemängeln, und wer die beiden letzten Studioalben „Stockholm Syndrome“ und „Making Enemies Is Good“ zu poliert und glatt gebügelt fand, wird an der räudigen Live-Performance der vertretenen Songs dieser beiden Alben seine helle Freude haben. Also sollten auch die Nur-„Total 13“-Gutfinder durchaus ein Ohr riskieren.

REVIEW 8.5 23.05.2001

(Dynamit, RH 169, 2001)

BACKYARD BABIES - Making Enemies Is Good

Tränen! Trauer! Selbstmordgedanken! Die neue BACKYARD BABIES rotiert im Player, und die Magenschmerzen werden immer höllischer. Keine schnellen Nummern, keine Schreie, kaum Gitarren-Gefiepe - eine totale Katastrophe! Fünf Durchläufe später - das Ding wird immer und immer wieder abgenudelt, weil man´s einfach nicht wahrhaben will - haben sich die körperlichen Qualen dann glücklicherweise verabschiedet. Die geniale Intensität des Götteralbums „Total 13“, auf das ich im Nachhinein erdbebensichere zehn Punkte geben würde, wird zwar nicht erreicht, die leichte stilistische Kurskorrektur steht den Babies ansonsten aber gar nicht schlecht zu Gesicht. So routiniert und abgebrüht rocken ansonsten eigentlich nur Mega-Acts wie Alice Cooper oder Guns N´Roses, wobei es Dregen & Co. aber wundersamerweise geschafft haben, sich genügend Rotz und Aggressivität zu bewahren. Hitverdächtiger Stadion-Rock verschmilzt übergangslos mit traditionellem Sleaze-Gepose à la Hanoi Rocks, leicht melancholischen Seufzern in Social Distortion-Manier und der gewohnt rotzig-wütenden Punkrock/Schnoddersound-Melange, die in dieser Qualität wirklich nur die Babies in die Gosse donnern. ´Payback´ (brillante Bridge!), ´Brand New Hate´, ´The Clash´, ´My Demonic Side´ (Sommerhymne!), ´The Kids Are Right´, ´Heaven 2.9´, ´Too Tough To Make Some Friends´, ´Bigger W/A Trigger´ und ´P.O.P´ sind Superohrwürmer, die es verdammt weit bringen könnten. Dazu noch mit ´Painkiller´ und ´Ex-Files´ zwei grandiose Rinnstein-Halbballaden: Fertig ist eine famose, zeitlose Rock´n´Roll-Dampframme, die dank ihrer detailverliebten Arrangements und der wie immer alles wegpustenden Produktion von Überdruck-Spezialist Tomas Skogsberg eigentlich nur von einer anderen Scheibe getoppt wird. Einer gewissen „Total 13“...

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