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REVIEW 8.0 28.03.2012

(Dynamit, RH 299, 2012)

UNISONIC - Unisonic

Earmusic/Edel (50:10) Die Tatsache, dass mit Kai Hansen und Michael Kiske hier zwei alte Helloween-Recken wiedervereint sind, lässt keinesfalls darauf schließen, dass UNISONIC musikalisch in Richtung der Kürbisköpfe tendieren. Das hat die Band schon vorab deutlich unterstrichen, und das nun vorliegende Longplay-Debüt untermauert diese Aussage nochmals. „Unisonic“ bietet keinen kindlich-naiven Teutonen-(Speed-)Metal, sondern sehr erwachsene Rockmusik mit zahlreichen Schlenkern in Richtung Metal. Wobei vor allen Dingen zu Beginn der Platte mit den von der vorab veröffentlichten EP schon bekannten ´Unisonic´ und ´Souls Alive´ öfter mal die Schwarte kracht. ´Never Change Me´ hat einen Gute-Laune-Faktor und könnte auch von Edguy stammen; das Kontrastprogramm dazu bildet ´I´ve Tried´, das wie eine Kombination aus neueren Queensryche und kompetentem Stadionrock daherkommt. Positiv und happy bis zum Anschlag ist ´Never Too Late´, gesegnet mit einem Refrain, der sich sofort im Hirn festbeißt, und einer Bridge, die ein klein wenig an ´Future World´ erinnert. Ein weiteres, recht poprockendes Highlight ist ´Star Rider´ mit seiner majestätischen Gesangslinie - aber die Melodie in der Bridge haben sich die Herren dreist bei Abbas ´Take A Chance On Me´ geliehen. Macht ja nix, denn was letztlich zählt, ist das Gesamtpaket. Und das ist hier rundum stimmig. Wenn ich überhaupt etwas kritisieren kann, dann vielleicht, dass Kiske für meinen Geschmack etwas zu oft sein Vibrato einsetzt. Aber das ist letztlich eine höchst subjektive Beschwerde.

REVIEW 5.0 28.03.2012

(Album, RH 299, 2012)

OLIVER/DAWSON SAXON - Motorbiker

Angel Air (51:57) Graham Oliver und Steve Dawson waren Gründungsmitglieder und viele Jahre lang ein wichtiger Teil von Saxon. Irgendwann kam es dann zur Trennung, und seit gut 15 Jahren tingeln die beiden nun mit wechselnden Line-ups als OLIVER DAWSON SAXON durch die Clubs und spielen alte Saxon-Hits. So weit, so gut. Nach einigen wenig beachteten Live-Mitschnitten veröffentlicht die Truppe nun erstmals ein Studioalbum mit Eigenkompositionen. Und schaut man sich das Gesamtpaket so an, kann man fast etwas Mitleid empfinden. Das Cover wird ganz bewusst in den „Wheels Of Steel“-Farben gehalten, und im Titeltrack hört man natürlich ein Motorrad von links nach rechts rasen. Aber wenn man schon so sehr an der Vergangenheit klebt, muss man auch entsprechende Qualitätsware anbieten. Und genau da hakt´s. Graham Oliver ist immer noch ein feiner, gefühlvoller Gitarrist (hört mal in das kleine Instrumental ´Screaming Eagles´ rein - wundervoll!), und mit John Ward hat die Truppe einen durchaus patenten Mann am Mikro, dessen kratzige Stimme wie eine Kreuzung aus Ted Bullet und Fin von Waysted klingt. Leider sind die Songs über weite Strecken aber nichts anderes als biederer, durchschnittlicher Hardrock. Die beiden bluesig-rock´n´rolligen ´Whippin Boy´ und ´Hell In Helsinki´ treten ein wenig Arsch, der Rest ist belanglos bis schlimm. Abgesehen von den Soli ist „Motorbiker“ eine eher traurige Veranstaltung.

REVIEW 28.03.2012

(DVD - Musik, RH 299, 2012)

ATROCITY - Die gottlosen Jahre

(Doppel-DVD) (Napalm/Edel) Viele Jahre haben ATROCITY an dieser DVD herumgeschraubt, aber unterm Strich haben sie alles richtig gemacht, denn „Die gottlosen Jahre“ ist ein hochinteressantes Dokument der Geschichte einer Band geworden, die vor allem eins niemals war: berechenbar. Man vergisst ja mitunter gerne, dass die Schwaben einst als Death-Metal-Band gestartet sind und somit zu den ersten deutschen Acts dieser Szene gehörten. Und gerade den wilden, frühen Jahren ist ein großer Teil der insgesamt dreistündigen Doku gewidmet, die man hier bestaunen kann. Zahlreiche Weggefährten kommen zu Wort, von Carcass über Kreator, Deicide, Morgoth und Entombed bis hin zu einigen Künstlern der Gothic-Szene, mit denen ATROCITY im Laufe ihrer Karriere zu tun hatten. Zudem äußern sich viele Musikjournalisten und Freunde der Band, und wir erfahren viel über Bombenanschläge, Polizeigewalt, verschreckte Diplomaten, radikale Christen und noch radikalere Tierschützer. Und über die Beweggründe, die hinter den zahlreichen musikalischen Richtungswechseln steckten. Denn wie sagt es doch jemand auf dieser DVD so schön: Normal war bei ATROCITY eigentlich wenig. Kaum eine Band hat ihren Sound öfter verändert und sich immer wieder an neue Ideen herangewagt - von denen sicherlich auch einige in die Hose gingen. Teil zwei dieser Doppel-DVD beinhaltet den Auftritt der Band auf dem Wacken Open Air 2010 und jede Menge Videos und Liveclips. Die komplette Vollbedienung also für den geneigten ATROCITY-Fan.

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