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REVIEW 7.5 28.05.2014

(Album, RH 325, 2014)

LOUDBLAST - Burial Ground

Listenable/Soulfood (44:04) Außerhalb ihrer Heimat waren die Franzosen von LOUDBLAST nie mehr als ein Insidertipp. Woran das liegt und ob sie nicht mehr Beachtung verdient hätten? Ich weiß es nicht. Schlecht waren LOUDBLAST nie, und besonders in den Neunzigern haben sie einige bemerkenswerte Scheiben abgeliefert. Was sie nie hatten, war so was wie ein Image. Sie haben erst gar nicht versucht, die bösen Buben zu spielen, sondern sich so gegeben, wie sie nun mal sind: die netten, hart arbeitenden Leute von nebenan. Auf ihrem neuesten Output „Burial Ground“ versuchen LOUDBLAST nun, ihre musikalischen Wurzeln mit den Sounds der Neuzeit zu verbinden - und wirken dabei keinesfalls anbiedernd. LOUDBLAST waren nie Vertreter der reinen deathmetallischen Lehre; sie hatten stets einen hohen technischen Anspruch und waren offen für neue Ideen. Und so steht auf „Burial Ground“ rüpeliger Death Metal (´Darkness Will Abide´, ´Abstract God´) neben komplexen Klangkaskaden wie ´The Void´ oder ´The Path´, bei denen LOUDBLAST offenbar ihre Hochachtung vor den Werken ihrer Landsleute von Gojira ausdrücken. Auch die übrigen Songs sind facettenreich und keine Stangenware, kommen aber nicht immer so gut auf den Punkt wie das melodische Album-Highlight ´FDB´. Gut, aber nicht überragend. 3 Fragen an LOUDBLAST-Gitarrist Drakhian: „Burial Ground“ klingt, als wenn es euer Ziel gewesen wäre, die musikalischen Wurzeln von LOUDBLAST mit aktuellen Einflüssen zu kombinieren und der Band somit ein zeitgemäßes Gesicht zu geben. Würdest du dem zustimmen? »Unser Line-up ist seit 2009 stabil, und seitdem sind auch sämtliche Bandmitglieder in den Songwriting-Prozess involviert. Ich denke, dass diesmal speziell der Input von unserem Drummer Alex und mir deutlich zu erkennen ist. Wir haben den dezenten Black-Metal-Touch eingebracht, und es ist unser Anliegen, den LOUDBLAST-Sound zu modernisieren. Wir suchen aber nicht nach einem Rezept, mit dem wir um jeden Preis jede nur erdenkliche Zielgruppe ansprechen können. In erster Linie geht´s immer noch darum, Songs zu schreiben, die uns selbst gefallen. Wir versuchen grundsätzlich, uns von Album zu Album zu steigern, und unser größter Wunsch ist es, diesmal auch außerhalb von Frankreich mehr Aufmerksamkeit zu erregen.« Technischer Death Metal ist in letzter Zeit wieder populärer geworden. Welche neuen Bands aus diesem Sektor haben euch beeindruckt? Oder verfolgt ihr die Entwicklungen der Szene nicht mehr so genau? »Wir hören natürlich nach wie vor viel Metal und sind sehr neugierig, was die Szene zu bieten hat. Ich moderiere seit drei Jahren eine Fernsehshow, in der sich alles um Heavy Metal dreht. Insofern ist es wichtig für mich, zu wissen, was die jungen Acts liefern. Ich mag neue Bands wie Gorod oder Obscura genauso wie etablierte Combos wie Cynic oder Nocturnus.« Denkst du, dass LOUDBLAST erfolgreicher gewesen wären, wenn die Band von Anfang an ein besonderes Image wie z.B. Deicide oder Morbid Angel gehabt hätte? »Das ist eine hypothetische Frage, die ich nicht beantworten kann. Integrität ist nach wie vor das Wichtigste. Alles andere fügt sich hoffentlich von selbst.« (fa)

REVIEW 8.0 28.05.2014

(Album, RH 325, 2014)

NIGHTMARE - The Aftermath

PLUS-MINUS AFM/Soulfood (49:38) Da ja heutzutage alles unbedingt kategorisiert werden muss, grüble ich schon seit längerem darüber, wie man eigentlich „ganz normale“ Metal-Musik nennt? Also zwei Gitarren, ein Bass, ein Schlagzeug und ein Sänger, der richtig singen kann. Songs mit eingängigen Melodien, aber ohne seichten Keyboard-Kleister. Gespielt von einer Band ohne Patronengurte, ohne Jeanskutten, ohne Nieten, ohne Image. Lösungsvorschläge bitte an frank@rockhard.de. Womit wir bei NIGHTMARE wären, dieser französischen Band, die schon zu Zeiten Metal gespielt hat, als es die meisten Unterkategorien noch gar nicht gab. Und die auch im 34. Jahr ihres Bestehens vital, frisch und keinesfalls antiquiert klingt. Ihre knackigen Songs, die irgendwo zwischen Masterplan, Brainstorm, Iced Earth und Nocturnal Rites einzuordnen sind, zeigen mal Krallen und manchmal Gefühl, lediglich der Gitarrensound ist für meinen Geschmack etwas zu kraftlos. Ansonsten aber gilt: It´s only Heavy Metal, but I like it! Frank Albrecht 8 Das ist ja alles ganz nett, was NIGHTMARE auf ihrer aktuellen Platte fabrizieren, aber bei acht Punkten sehe ich „The Aftermath“ bei weitem nicht. Ich höre sehr solide produzierten und komponierten Power- bzw. Melodic Metal, den man angesichts der bereits über 30-jährigen Szene-Präsenz der Franzosen meinetwegen auch „kultig“ nennen darf, aber es kullern weder echte Song-Highlights aus den Boxen, noch befindet sich der Gesang von Jo Amore, der mir im Abgang auch ´ne Nummer zu knödelig ist, in der ersten Bundesliga. Sechs Punkte kann man hier zücken, mehr nicht. Conny Schiffbauer 6

REVIEW 8.0 23.04.2014

(Album, RH 324, 2014)

SABATON - Heroes

PLUS-MINUS Nuclear Blast/Warner (37:02) Eines vorweg: Wer mit SABATON bislang nichts anfangen konnte, wird auch nach diesem Album nicht zum Fanboy mutieren. Denn bei SABATON ist weitgehend alles beim Alten geblieben. Markantester Unterschied zu den Vorgängerplatten ist der deutlich zurückgefahrene Keyboard-Bombast. Da die Band momentan keinen Tastenmann in ihrem Line-up hat, spielt dieses Instrument diesmal nur eine unterstützende Rolle und lässt mehr Platz für die Gitarren. Eine weitere Neuerung ist der leichte Western-Touch in ´To Hell And Back´ - eine Nummer, die allerdings nur so vor Kitsch trieft und für meinen Geschmack komplett in die Hose geht. Ach ja, eine Ballade gibt´s mit ´The Ballad Of Bull´ auch. Deren Savatage-Flair war aber durchaus schon vorher bei SABATON vertreten. Und nun zu den schönen Nachrichten: Alle anderen Tracks zeigen SABATON in gewohnt guter Form und liefern die liebgewonnenen Trademarks: konsequente Eingängigkeit, Melodien im Breitwandformat und massentaugliche Refrains. ´No Bullets Fly´, ´Night Witches´ und ´Resist And Bite´ liegen in dieser Disziplin ganz vorne, stark sind auch ´Soldier Of 3 Armies´ mit seinem Priest-mäßigen Eröffnungsriff und ´Inmate 4859´, das von der Atmosphäre her ein bisschen an langsamere Hypocrisy-Sachen erinnert. „Heroes“ ist nicht das beste SABATON-Album, aber ein wirklich gutes. Frank Albrecht 8 „Heroes“ ist das wirkungsvollste Brechmittel der letzten Monate. Die bis ins winzigste Detail durchkalkulierten, mit ultraflachen Klischee-Riffs und schmerzhaft aufdringlichen Schlager-Metal-Melodien bis zur Erstickungsgrenze vollgestopften Songs lassen meinen Mageninhalt umgehend gen Zimmerdecke streben, der latent martialische Gesang, der ganz toll männlich und verwegen klingen, gleichzeitig aber auch kein zartes Pop-Metal-Öhrchen verschrecken will, verstärkt das Würgen nur noch, und die wie immer völlig bescheuerten Texte setzen diesem Verblödungs-Soundtrack die säuerlich müffelnde Auswurfkrone auf. Egal, wie die Schweden ihre Fünftklässler-Lyrik gemeint haben mögen: In Verbindung mit den pathetischen (natürlich sehr professionell produzierten) Bubblegum-Bombastsounds klingen die Schmonzetten an mehr als einer Stelle kriegsverherrlichend, und wenn beim geschmacklichen Tiefpunkt ´Inmate 4859´ „Musikantenstadl“-würdig geschunkelt und dabei über Auschwitz gesungen wird, könnte ich gar nicht so viel essen, wie ich kotzen möchte. Widerlich! Michael Rensen 4

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