Review

Reviews 8.5

VOIVOD

Katorz

Ausgabe: RH 231

(45:10)

Kurz bevor er starb, erklärte Denis „Piggy" D´Amour seinen Freunden, wo alle Riffs und Songs für das neue Album abgespeichert sind. „Katorz" ist also ein Bauwerk, das in Abwesenheit des Baumeisters aufgezogen wurde, das Vermächtnis eines der einflussreichsten Metal-Gitarristen aller Zeiten. Piggy konnte an einem gemeinsamen Songwriting- und Aufnahmeprozess nicht mehr teilnehmen.

Und dennoch sticht dieses Album den Vorgänger „Voivod" locker aus, denn erstens singt Snake kräftiger, emotionaler und ausdrucksstärker als auf seinem Comeback-Album, zweitens gibt´s auf der neuen Platte viel mehr Übernummern (allen voran ´After All´, ´Mr. Clean´, ´Silly Clones´ und das vorzügliche ´Odds & Frauds´). Auf „Voivod" konnte sich im Langzeittest hingegen nur ein einziges Stück als echter Kracher durchsetzen: ´Gasmask Revival´.

Piggys Riffs decken die komplette Bandbreite ab, er zockte straighten Metal, Thrash Metal, auch mal Punk, und er besann sich vor allem wieder verstärkt auf seine herrlich schräge und unnachahmlich progressive Spielweise (´Red My Mind´, ´No Angel´). Und so wird „Katorz" als eine Mischung aus „The Outer Limits", „Dimension Hatröss" sowie mit Abstrichen „Negatron" in die Geschichte eingehen.

P.S.: Es heißt zu Recht, dass kein Gitarrist dieser Welt Piggy jemals ersetzen kann. Aber sollten die Kanadier (hoffentlich) doch weitermachen: Wie wäre es mit Landsmann Jed Simon (Strapping Young Lad, Zimmers Hole) als Nachfolger? Er könnte sich des Respekts der VOIVOD-Fans sicher sein...   

Autor:
Wolf-Rüdiger Mühlmann
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