Review

Reviews
Heavy Metal

TYGERS OF PAN TANG

Hellbound, Spellbound Live ´81

Label: Mighty/Soulfood
Dauer: 58:52
Ausgabe: RH 381

Die Archive sind geplündert? Nicht alle. Dieses Kleinod der Metal-Historie schlummerte (von der obligatorischen Japan-Veröffentlichung mal abgesehen) fast 40 Jahre vor sich hin. Blenden wir zurück ins Jahr 1981: Die TYGERS OF PAN TANG (die mit dem letzten Original-Mitglied Robb Weir dieses Jahr auf dem Rock Hard Festival spielen) sind, zusammen mit Iron Maiden, Saxon, Motörhead, Venom, Raven und Diamond Head, der heißeste Scheiß der New Wave Of British Heavy Metal (Judas Priest sind ja schon etwas länger dabei). Ein knappes Dutzend Single-Veröffentlichungen und das starke „Wild Cat“-Album mit dem markanten Tigerkopf bereiten den Boden für das Zweitwerk „Spellbound“, das nicht nur für Mille Petrozza (Kreator coverten den Titel ´Gangland´), sondern auch für Metal-Insider rund um den Erdball ihr unumstrittenes Highlight ist. Aber anders als viele andere hochgejubelten Combos jener Ära haben die TYGERS OF PAN TANG richtig Substanz. Die Band ist der Einstieg von John Sykes ins professionelle Musikgeschäft (der danach seine Wanderschaft zu Thin Lizzy, Whitesnake und mit Soloalben fortsetzt), und Sänger Jon Deverill gilt seinerzeit neben Bruce Dickinson (Samson) als größtes Gesangstalent der Insel. Hört man sich „Hellbound, Spellbound Live ´81“ an, ertönt eine Band, die - obwohl noch gar nicht richtig eingespielt (Nottingham ist erst das zweite Konzert dieser Tournee) - schon auf dicke Hose macht. Gemeint ist jene Selbstsicherheit, die sich bei vollen Hallen und passenden musikalischen Mitstreitern von ganz alleine eingestellt. Ursprünglich gemischt vom erst kürzlich verstorbenen Chris Tsangarides, lässt das Album keine Wünsche offen. Es klingt unglaublich, aber auf den 16 Titeln des Konzerts (Höhepunkte u.a.: ´Take It´, ´Black Jack´, ´Insanity´, ´Gangland´, ´Hellbound´, ´Slave To Freedom´) spielt man größtenteils auf Augenhöhe mit Maiden, Saxon oder Motörhead. Perfekt ist hier nichts, aber dafür doppelt so kernig wie auf den Studioalben. Richtiger Heavy Metal, wie er sein muss. Umso bitterer, dass die Entwicklung der Band danach so steil nach unten zeigte. Heute kennt sie kaum jemand, aber diese Lücke lässt sich füllen. Die inoffizielle „Platte des Monats“!

Autor:
Holger Stratmann
AMAZON EMPFEHLUNG

Melde dich für unseren Newsletter an und verpasse nie mehr die wichtigsten Infos

Diese Seite verwendet Cookies. Erfahrt in unserer Datenschutzerklärung mehr darüber, wie wir Cookies einsetzen und wie Ihr Eure Einstellungen ändern und Cookies deaktivieren könnt. Darüber hinaus verwenden wir Cookies Dritter für die Einbindung audiovisueller Inhalte durch Youtube, Spotify und Soundcloud. Dem könnt ihr hier zustimmen oder dies ablehnen. Datenschutzerklärung ansehen.