Review

Reviews 9.0

TROUBLE

Manic Frustration

Ausgabe: RH 65

Daß sich TROUBLE immer mehr von ihren doomigen Sabbath-Wurzeln trennen und ihre trockenen, harten Riffs stattdessen mit Beatles-Anleihen vermischen, zeigte ja schon der '90er Longplayer "Trouble". Wieviel Schuld daran Producer Rick Rubin hat, sei mal dahingestellt. Tatsache ist, daß die Band aus Chicago ihren Weg auf dem inzwischen fünften Longplayer konsequent weitergeht. Ohne dabei an Reiz und Durchschlagskraft zu verlieren, wohlgemerkt, denn einzigartig sind TROUBLE immer noch. Das liegt schon allein an Eric Wagners hoher, weinerlich-kreischender Stimme, die eine Atmosphäre erzeugt, daß einem die Nackenhaare zu Berge stehen. Und auch in puncto Härte kann sich das Quintett immer noch mit den meisten Bands der Szene messen, obwohl sich ein gewisser Hippie-Touch nicht von der Hand weisen laßt. Stratmann haut sich jedenfalls mit Vorliebe rohe Eier in die Frisur, wenn er "Manic Frustration" auflegt, klemmt die Strähnen dann Chandlerlike hinter die Löffel, glubscht möglichst bekifft aus der Wäsche und behauptet, daß echte Hippies so ihre "manischen Depressionen" loswerden, aber dafür können TROUBLE genaugenommen auch nichts. Eric Wagner und Co. haben lediglich ein Album produziert, das "Weirdos" wie Stratmann, "Doomcore-Banger" wie Albrecht und 'fertige Straßenrocker' wie Layout-Frittz gleichermaßen begeistert, farbiger ist als alle anderen TROUBLE-Scheiben und - wenn hier noch irgendwas mit rechten Dingen zugeht - die Band endlich von ihrem Außenseiterdasein befreien sollte. Neun dicke Punkte und ab dafür.

Autor:
Götz Kühnemund

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