Review

Reviews 7.5

TRAITOR

Knee-Deep In The Dead

Ausgabe: RH 372

Violent Creek/Soulfood (39:20)
Geschlagene drei Jahre, nachdem TRAITOR mit „Venomizer“ ein Ausrufezeichen in der deutschen Thrash-Szene setzen konnten, wuchten die Balinger mit „Knee-Deep In The Dead“ ihr Drittwerk in die Regale. Die Band bleibt musikalisch ihrer Linie treu und serviert Teutonen-Thrash, der stark an die Kreator der späten Achtziger erinnert. Lobenswert ist erneut, dass das Quartett um den singenden Schlagzeuger Andreas Mozer weder die messerscharfen Riffs noch die eingängigen Refrains aus dem Auge verliert. Der Opener ´Mad Dictator´ ist hier exemplarisch: Trotz einiger interessanter Wendungen bleibt das Ding dank eines mitgrölkompatiblen Refrains im Ohr hängen. Schade nur, dass die Truppe sich bei ihren Lyrics eher zurück- als weiterentwickelt: Zu 50 Prozent beschäftigen sich die Musiker mit blutrünstigen Videogames wie „Doom“ und „Duke Nukem 3D“ sowie abgegriffenen Horrorfilmen wie „The Exorcist“ und „Predator“, während die sozialkritischen Themen in den Hintergrund rücken. Die coole ´Blitzkrieg Bop´-Coverversion stimmt am Ende aber versöhnlich.

Autor:
Ronny Bittner

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