Review

Reviews 8.5

TIMO RAUTIAINEN

In frostigen Tälern

Ausgabe: RH 169

Ungewollte Satire ist die schönste. Außer in musikalischen Dingen, denn peinlichste Lyrik in Verbindung mit unpatenten Klängen und Weggucker-Outfit landet eher in Arschbombengefilden als in Dynamitregionen. Zumindest war das bislang so. Nun aber kommt ein Finne (was sonst?) namens TIMO RAUTIAINEN daher - inklusive seiner Begleitband, die auf deutsch Genickschusstrio heißt. Einerseits schenkt uns der Haufen ein packendes, tiefgehendes Gefühlsalbum, andererseits wartet er mit deutschsprachigen Texten auf, die zumeist sinnig, traurig und emotional gemeint sein mögen, sich allerdings meistens brüllend komisch anhören. Ein Beispiel aus dem Stück ´Fernfahrer´: ”Es wäre schön nach Hause zu fahren/ nach langer Zeit/ nach 13 Jahren die eigenen Kinder/ und den neuen Mann der Frau zu sehen”. Sowas rult natürlich ohne Ende.

Hintergrund der glänzenden Lyrikideen: RAUTIAINEN ist in Finnland ein berühmter Rockmusiker, will nun den deutschen Markt knacken, hat seine besten Stücke wortwörtlich ins Deutsche übersetzt (was natürlich schief gehen muss) und auf diesem Album verewigt.

Doch nun zur Musik, denn diese ist über allen Humor erhaben: Type 0 Negative paart sich mit Life Of Agony, Paradise Lost und dem Death´n´Roll-Spirit der Babylon Whores. Kilometerdicke Gitarrenriffs mähen Bäume, wuchtige Drums kartäschen große Löcher - ein Ohrenschmaus, zumal die Melodien größtenteils Hitpotenzial haben.

Autor:
Wolf-Rüdiger Mühlmann

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