Review

Reviews 8.5

TIAMAT

Skeleton Skeletron

Ausgabe: RH 148

Die Spekulationen haben ein Ende. Das Gemurmel verstummt. Die Antwort ist da. Wird Johan Edlund den auf "A Deeper Kind Of Slumber" eingeschlagenen Weg weiterverfolgen und den Sound lediglich um Nuancen verfeinern, oder folgt die lautstarke Rückbesinnung auf verloren geglaubte metallimusikalische Tugenden? Weder noch. Daraus einen halbgaren Kompromiß ableiten zu wollen, wäre allerdings fatal und falsch. "Skeleton Skeletron" ist einfach der nächste logische und genau genommen recht unspektakuläre musikalische Schritt in der Entwicklung dieser um Experimente nie verlegenen Band. Quasi die Ruhe nach dem Sturm (der Empörung oder Begeisterung), den der Vorgänger noch entfachte. Um das jetzt auf den Punkt zu bringen (Danke! - Red.): Im direkten Vergleich wurde die elektronische Komponente leicht reduziert und hier und da wieder mehr Wert auf Stromgitarren ('Dust Is Our Face', 'As Long As You Are Mine') gelegt. Dennoch: Mit Metal hat das nicht viel zu tun. Futter für die Nackenmuskeln gibt's nicht, "food for thought" dagegen sehr wohl. Wem das nicht reicht, dem sei gesagt, daß sich die Entwicklung der Sisters Of Mercy von "First And Last And Always" zu "Floodland" als Vergleich eignet. Konsequentes Nach-vorne-blicken, gepaart mit jeder Menge Roots-Bewußtsein und einer gesunden Portion ungesunder negativer Vibes zeichnet Songs wie den Opener 'Church Of Tiamat', die poppig und dennoch druckvoll und zwingend klingende Singleauskopplung 'Brighter Than The Sun', das majestätisch-erhaben fließende 'For Her Pleasure' oder das geile Stones-Cover 'Sympathy For The Devil' aus. Sensible Gesellen können sich am elegisch vorgetragenen 'To Have And Have Not' ergötzen, während sich tolerantere Naturen einfach über eine neue TIAMAT-Scheibe freuen, die eine Vielzahl toller, neuer Songs und Ideen aufbietet, ohne das letzte Album zu verleugnen. Im Gegenteil: Was Paradise Lost erst gar nicht versucht haben, ist der Mannschaft um Mastermind Johan Edlund gelungen - die schwierige Aufgabe, the best of both worlds zu vereinen, ohne dabei ein Quentchen an Glaubwürdigkeit einzubüßen. Genau deshalb ist "Skeleton Skeletron" der bestmögliche Nachfolger und Kompromiß geworden, den sich alte und neue Fans erhoffen durften.

AMAZON EMPFEHLUNG

Melde dich für unseren Newsletter an und verpasse nie mehr die wichtigsten Infos

Diese Seite verwendet Cookies. Erfahrt in unserer Datenschutzerklärung mehr darüber, wie wir Cookies einsetzen und wie Ihr Eure Einstellungen ändern und Cookies deaktivieren könnt. Darüber hinaus verwenden wir Cookies Dritter für die Einbindung audiovisueller Inhalte durch Youtube, Spotify und Soundcloud. Dem könnt ihr hier zustimmen oder dies ablehnen. Datenschutzerklärung ansehen.