Review

Reviews 8.0

TIAMAT

Prey

Ausgabe: RH 198

(55:24)

TIAMAT haben in den 13 Jahren seit ihrem Debüt eine Entwicklung durchgemacht wie kaum eine zweite Band. Aus den Untiefen des nordischen Black Metal aufgestiegen, leisteten sie mit „Clouds“ einen wesentlichen Beitrag zur Definition des Begriffs „Gothic Metal“. Mit dem vierten Album „Wildhoney“ führten sie jenes Genre zu Ufern, die danach eigentlich nie wieder erreicht wurden.

Album Nummer acht präsentiert sich zunächst als Fortsetzung von „Judas Christ“, setzt also auf eine ähnliche Kombination aus anspruchsvollen und straight rockenden Songs. Auffällig ist jedoch, dass eine plakative Hymne wie ´Brighter Than The Sun´ diesmal fehlt. Stattdessen sind alle 13 Songs von einer Melancholie geprägt, die insbesondere getragenen Stücken wie dem fantastischen Opener ´Cain´ oder dem nicht minder großartigen ´Nihil´ sehr gut steht. Den Songs verleiht das Reife, dem Album insgesamt geht jedoch einige Energie verloren, da sich auch flotterer Stoff wie ´Light In Extension´ eher durch atmosphärische Schönheit denn Drive auszeichnet. Das macht den Zugang zu „Prey“ schwierig; nach ein paar Durchläufen beginnt man diese Qualität jedoch zu schätzen. Zumal Johan Edlund ein Meister darin ist, seine Kompositionen mit liebevollen Details auszustatten, die eine Langzeitbeschäftigung absolut lohnend machen. Irgendwie schafft er es zudem immer wieder, normalerweise akut Zahnschmerz verursachende Elemente mit der Wirkung von heißem Tee mit Honig auszustatten. Man höre beispielsweise ´Carry Your Cross And I´ll Carry Mine´: Wunderschöne, eingängige Melodien verbinden sich mit elfenhaften, weiblichen Vocals zum absoluten Höhepunkt eines Albums, das das Songwriting der letzten beiden TIAMAT-Werke mit der Atmosphäre von „Wildhoney“ verbindet.

Autor:
Tobias Blum

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