Review

Reviews 9.0

THRESHOLD

Hypothetical

Ausgabe: RH 167

(56:04)

Einige Stimmen kündigten bereits im Vorfeld an, dass das mittlerweile fünfte Scheibchen von "Britain's finest in Progressive Metal" nur knapp hinter dem herausragenden Debüt "Wounded Land" ins Ziel einlaufen würde, und nach mehreren Durchläufen neige ich dazu, mich dieser Meinung anzuschließen. Zumal es die Mannen um den sympathischen Gitarristen Karl Groom und den mittlerweile voll in die Band integrierten Ex-Sargant Fury-Shouter Andrew MacDermott hundertprozentig geschafft haben, den schon seit Jahren angestrebten, perfekten Mix aus anspruchsvollem Songwriting, einer gesunden Portion Härte und griffigen, einprägsamen Melodien zu finden. Der wohl zwingendste Beleg für diese These sind die eröffnenden Klopfer 'Light And Space' und 'Turn On Tune In', die - von einem glasklaren, transparenten Sound veredelt - fett aus den Boxen rauschen und deren göttliche Refrains mir schon seit Wochen nicht mehr aus dem Ohr gehen. Nur geil! Weiter geht's mit dem erstaunlich heavy durchstartenden und clever arrangierten ersten Longtrack 'The Ravages Of Time', der bis zur letzten Sekunde fesselt und mit dem von einem ungemein spannend inszenierten Aufbau und atmosphärischen Mittelteil profitierenden Elfminüter 'Narcissus' einen ebenbürtigen "Kumpel" zur Seite gestellt bekommt. Jawoll! Das ist exakt der Stoff, den sich viele von der neuen Savatage (die mir übrigens gut gefällt!) erhofft hatten. Da das restliche Material locker den Standard der letzten zwei Scheiben hält und lediglich die dick auftragende, zuckersüß klingende Ballade 'Keep My Head' qualitativ etwas abfällt (Quatsch, das ist der hochverdiente zehnte Punkt, der unter deiner Rezi zu diesem Götteralbum leider fehlt - mb), fällt es mir leicht, für "Hypothetical" eine Kaufempfehlung auszusprechen.

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