Review

Reviews 8.5

THREE (3)

The Ghost You Gave To Me

Ausgabe: RH 294

Metal Blade/Sony (54:28)

Das erste komplett neue 3-Album seit vier Jahren wirkt anfangs etwas unscheinbar. Der Woodstock-Haufen proggt in seinem ganz eigenen Klanguniversum gewohnt originell mit sensationellen Akustikgitarren-Salven, groovig-vertrackten Metal-Riffs, fabelhaften Gesangs-Arrangements und beeindruckender polyrhythmischer Dynamik, doch irgendwie bleibt bei den ersten Durchläufen wenig mehr hängen als ein paar fast schon poppige Passagen. Wie viel Genialität in „The Ghost You Gave To Me“ steckt, offenbart sich erst nach mehreren konzentrierten Hörsessions unter dem Kopfhörer. Was vordergründig wie eine Fokussierung auf gefällige Hooklines klingt, ist in Wahrheit die perfekte Verzahnung sämtlicher 3-Trademarks, die in wunderbar straffe Arrangements gegossene Essenz all dessen, was auf den bisherigen Alben schon toll, aber noch nie so ausgereift und stimmig war. Hinter den innovativen, nie penetranten Vocals verbirgt sich eine musikalische Tiefe, in die man stundenlang eintauchen kann. Wahlweise - und das funktioniert bei den meisten anderen Prog-Bands nicht - darf man aber auch oberflächlicher hinhören und einfach nur zwölf ausnahmslos fabelhafte Avantgarde-Rock-Nummern genießen. So großartige Zwei-Ebenen-Kunst gelingt sonst meist nur den Giganten Rush.

Autor:
Michael Rensen

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