Review

Reviews 7.5
Industrial

THE YOUNG GODS

Data Mirage Tangram

Label: Two Gentlemen/Rough Trade
Dauer: 53:29
Ausgabe: RH 382

1992 veröffentlichte das Schweizer Trio THE YOUNG GODS mit „T.V. Sky“ eines der wichtigsten Alben der elektronischen Rock-Avantgarde. Was damals perfekt zum Zeitgeist passte, ist heute purer Untergrund, den Musikern ist längst egal, ob sie mit ihrer eigentümlichen Mischung (im Wesentlichen Live-Drums, gesampelte Gitarre/Bass/Keys-Klänge und die schmeichelnde Chansonnier-Stimme von Franz Treichler) den Nerv der Popmusik treffen. Für die Metalszene sind THE YOUNG GODS viel zu elektronisch, für die Elektro-Szene zu intellektuell und für den Pop zu verstörend heavy. So was nennt man dann wohl „originell“. Die eidgenössischen Eigenbrötler sind auch so ziemlich die einzige (Rock-)Band Europas, die regelmäßig Projekte mit der Theater- und Kunstszene umsetzt, zwischendurch erscheint immer wieder mal ein Album. „Data Mirage Tangram“ ist - wie der meiste Stoff nach „T.V. Sky“ - stilistisch nicht festgelegt. ´Tear Up The Red Sky´ und ´Figure Sans Nom´ sind die beiden zugänglichen und melodischen „Rock“-Tracks des Albums, während ´Moon Above´ als Klangcollage den Sieben-Tracker teilt. Danach fordern zwei atmosphärisch-groovende Longtracks beinahe das Tanzbein heraus. Dass man dabei jeweils psychedelisch krachende Höhepunkte und Gitarren-Feedbacks einbaut, um sich von schnöder Dance-Music zu distanzieren, versteht sich von selbst. Eingerahmt wird das Album von ruhigen, fast schon meditativ-düsteren Klängen. Für meinen Geschmack etwas „too much“, aber als Soundtrack zum nächsten Arthaus-Film oder für das Kopfkino nicht die schlechteste Wahl. Einziger Deutschland-Auftritt ist in Berlin am 28. März!

Autor:
Holger Stratmann
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