Review

Reviews 9.0

THE WITCHER 2 - ASSASSINS OF KINGS

Ausgabe: RH 290

(Namco Bandai) (PC; USK 16)

Geralt von Rivia ist ein Hexer. Das bedeutet irreführenderweise jetzt nicht, dass er ein schrulliger alter Mann ist, in einer klapprigen Hütte mitten im Wald lebt, den Zauberstab schwingt, zufällig vorbeikommende Kinder zum Fressen gern und eine dicke schwarze Katze zum besten Freund hat. Nein, im Fantasy-Universum des polnischen Roman-Schriftstellers Andrzej Sapkowski sind die Hexer gentechnisch modifizierte professionelle Monsterschlächter und setzen eher auf rohe Gewalt und Kampfkunst als auf irgendwelchen magischen Firlefanz. Nur eine Komponente der klassischen Märchenhexe wurde übernommen: Hexer brauen und konsumieren gerne Tränke - ein Umstand, der für das Spielgeschehen noch ungemein wichtig werden wird.

„Assassins Of Kings“ ist bereits die zweite Videospielumsetzung von Sapkowskis beliebter Fantasy-Roman-Reihe und setzt kurz nach dem Ende der Handlung des Vorgängers ein. Wer noch einen alten Spielstand auf der Festplatte rumliegen hat, kann ihn vor Spielbeginn optional importieren - im ersten Teil der Serie getroffene Entscheidungen wirken sich dann mit ihren Konsequenzen direkt auf das Spielgeschehen aus. Nötig ist das zwar nicht, sorgt aber für ein gewisses Maß an Kontinuität.

Wer die Bücher oder das Vorgängerspiel kennt, weiß genau, was ihn in den kommenden 30 Stunden Spielzeit erwartet: Eine raue, erwachsen wirkende mittelalterliche Fantasy-Welt mit viel Sex, Gewalt, Intrigen und teilweise drastischen Konsequenzen für die im Spiel getroffenen Entscheidungen. Beispielsweise verläuft der zweite von insgesamt drei Akten des Spiels abhängig von der Wahl eines Verbündeten komplett unterschiedlich, es stehen verschiedene Gebiete und Questgeber zur Verfügung. Durch dieses hohe Maß an Interaktivität und Entscheidungsfreiheit zwingen CD Project den Spieler quasi, sich Gedanken über seine Handlungen zu machen und die möglichen Konsequenzen sorgsam abzuwägen.

„The Witcher 2“ ist über weite Strecken so bombastisch inszeniert, wie man es sonst nur aus teuren Hollywood-Produktionen kennt. Grafik und Sound sind für ein Rollenspiel momentan „state of the art“, die Welt wurde mit viel Liebe zum Detail gestaltet. Das Kampfsystem ist gewöhnungsbedürftig und actionlastig, lässt dank der Hexerzeichen (eine Art runengebundene Zauber) aber genug Freiräume für taktische Entscheidungen, die vor allem in den höheren Schwierigkeitsgraden auch dringend vonnöten sind. Unterm Strich ist „Assassins Of Kings“ sicherlich einer der Toptitel des Jahres und sollte in keiner Rollenspielsammlung fehlen.

Autor:
Jens Peters

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