Review

Reviews 5.5

THE DARKNESS

Permission To Land

Ausgabe: RH 197

Hier bleibt tatsächlich kein Auge trocken, allerdings aus anderen als den vom Kollegen Kupfer aufgeführten Gründen. Was die Instrumental-Arbeit angeht, kann ich Zompfs Ausführungen blind unterschreiben. Feiner Popotret-Rock´n´Roll mit ordentlich Power und originellen Ideen, keine Frage. Aber der Gesang... Das hohe, teils bewusst kreischige Kopfstimmen-Gejaule von Mr. Hawkins klingt in meinen Ohren nicht nach den durchaus angenehmen Timbres der Herren Mercury und Gallagher, sondern nach Rushs Geddy Lee etliche Jahre vor dem Stimmbruch. Sprich: Es nervt wie ein Diamantbohrer, der sich ohne Betäubung durch die Schädeldecke fräst und danach das Großhirn zu einer schleimigen Matsche verquirlt! Beim ersten Song hält man die hyperventilierenden Opernarien-Aussetzer noch für eine spaßige Idee, da Hawkins in Tonlagen unterhalb der Hundepfeifen-Schmerzgrenze durchaus mit charismatischen, sozialverträglichen Vocals zu überzeugen weiß. Doch spätestens nach vier, fünf Tracks ist klar: Dieses Gequieke kommt in jeder einzelnen Nummer ausgiebig zum Einsatz. Höchste Zeit, die Platte aus dem Player zu werfen, sich die vor Schmerzen tränenden Äuglein zu trocknen und ´ne CD mit vergleichsweise grabestiefem Gesang einzulegen. Frühe Rush, Fates Warning oder irgendwas von King Diamond zum Beispiel...

Autor:
Michael Rensen
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