Review

Reviews 6.5

STAHLHAMMER

Wiener Blut

Ausgabe: RH 127

Ihr Debüt "Killerinstinkt" brachte den Österreichern den Ruf ein, die Wiener Antwort auf Pantera & Co. zu sein. Mit diesen Lorbeeren kann man als Newcomer sicher ganz gut leben, auf alle Fälle brachten sie der Band erstaunlich viel Airplay in den öffentlich-rechtlichen Medien ein. Und Erfolg verpflichtet: Man muß sich steigern. Demzufolge geht das Quartett auf dem Nachfolgeralbum auch etwas differenzierter und abwechslungsreicher zu Werke. Neben groovenden Riff-Massakern der neuen Thrash-Schule bietet die Scheibe auch viele Funk-Einflüsse, Pop-Anleihen, Industrial, psychedelisch Abgedrehtes, eine zum Titelsong (der beste Track der Scheibe) passende Walzermelodie von Johann Strauß und ein russisches Volksliedchen, das ich von Nicht-Russen allerdings schon besser gehört habe als von der Staatsoperheidelerche Georgij Alexandrowitsch. Doch nicht nur deswegen kann ich mich nicht so richtig für das neue Material begeistern. Zum einen fehlt mir der rote Faden, sowohl in den Lyrics als auch in der Musik, zum anderen fallen mir oft andere Kapellen ein, die ähnliche Ideen schon vor STAHLHAMMER hatten. Das Stück 'Weiß wie Schnee' könnte beispielsweise auch von Atrocity stammen, die bei 'Leichenfeier' und 'Von Leid und Elend...' auf ähnlich kranke Sounds setzten, 'Bruderkrieg' läßt Vergleiche mit Machine Head zu, und das Cover 'Boom Boom Shake The Room' sowie 'Krassnost' hätten Stuck Mojo sicher besser hinbekommen. Bei anderen Songs könnte man vielleicht auch Oomph! oder die Schweisser nennen. Fazit: Trotz vieler guter Ansätze ist "Wiener Blut" kein Überflieger-Album.

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