Review

Reviews 7.5

SOULFLY

Soulfly

Ausgabe: RH 131

»Wer "Roots" schon nicht mochte, braucht sich diese Scheibe gar nicht erst anzuhören«, bringt es der Ex-Sepultura-Frontmann und jetzige SOULFLY-Chef Max Cavalera auf den Punkt. FreundInnen jenes letzten Sepultura-Outputs werden an "Soulfly" jedoch ihre wahre Freude haben. Es knarzt, dröhnschrammelt und tribalt, daß jedem Traditions-Thrasher vor Frust die letzten Haare von der Birne fallen. Aber wie gesagt, die sind hier eh nicht die Zielgruppe. Neben dem Verwalten des "Roots"-Sounds mit den unerläßlichen und noch deutlicher dominierenden Tribal-Elementen strecken SOULFLY ihre Fühler aber auch in diverse andere Richtungen aus. Auffällig sind neben dem leichten Korn-Touch (der vor allem der Ross Robinson-Produktion zu verdanken ist) besonders die HipHop-lastigen Parts in Stücken wie der ersten Single 'Bleed' oder dem wütenden 'Prejudice', das Drum'n'Bass-Outro von 'No' und die brutale HC-Aggression des 'The Song Remains Insane'-Medleys (u.a. mit einem Cover von R.D.P.s 'Chaos'). Die Exkursionen sind allerdings mit Vorsicht zu genießen, geben sich bei ihnen doch die Gäste (u.a. Mitglieder von Dub War, den Deftones, Fear Factory und Limp Bizkit) die Klinke in die Hand, was es schwierig macht, abzuschätzen, inwieweit sie einmalige Aktionen bleiben oder wirklich zum SOULFLY-Sound gehören. Diese genauer betrachtet also etwas wacklige Art der Abwechslung ist allerdings ohnehin nicht mutig, sondern in erster Linie modern. Und exakt das ist das Manko von "Soulfly". Die Platte überrascht nur, wenn man bei Max Cavalera nach wie vor "Beneath The Remains" oder "Arise" im Hinterkopf hat. Sepultura haben ihre Fans immer wieder neu vor den Kopf gestoßen, mal positiv, mal negativ. SOULFLY hingegen gehen eher seit- als vorwärts. Das hindert die Scheibe nicht daran, wirklich gut zu sein, läßt sie aber nicht ganz zu dem erwarteten Überflieger werden.

Autor:
Jan Jaedike

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