Review

Reviews 7.0

SLIPKNOT

Iowa

Ausgabe: RH 174

Meine Meinung zu SLIPKNOTs Debüt hat sich bis heute nicht geändert: Von Anfang bis Ende handelt es sich um gehypten, wahnsinnig flachen Nömetall-Durchfall, den Ross Robinson zwischen Frühstück und McDonald´s-Vesper mal eben mit dem linken Fuß produziert haben muss.

Auch der ganze Maskeradenscheiß, mit dem die bis auf knappe Divisionsstärke aufgeblähte Tobsuchtsbrigade über die Bühne trampelt, geht mir meilenweit am Afterbeauty vorbei. Pissfreakig, das Ganze. Indes: Das Rezept, das zu 99 bis 100 Prozent aus Image und zu null bis ein Prozent aus Musik bestand, ging glänzend auf. SLIPKNOT werden sich jetzt wohl ihre eigenen Maskenfabriken kaufen, falls sie genauso blöd sind, wie sie aussehen.

Jetzt kommt aber das Unglaublichste: Album Nummer zwo, ?Iowa?, ist gut. Echt jetzt! Das ist keine Verarschung! Sehr oft gelingt es den Kerlen, ihre pseudobrutale Freakshow in wahrhaft aggressive, packende und songschreiberisch deutlich über der Stumpfheitsuntergrenze liegende Songs zu kanalisieren. Respekt dafür, dass eine Millionen CDs verkaufende Truppe jedermann mit Hilfe von Eruptionen in die Fresse tritt, die beinahe schon Death Metal genannt werden müssen. Wer ´People = Shit´ oder ´Disasterpiece´ mittlerweile kennt, weiß, was gemeint ist. Auch die Verbindung von bösen Prügeleien und beinahe schon zarten Refrains, wie man es in dem vorzüglichen ´My Plague´ oder im rasanten ´Everything Ends´ hören kann, ist oberste Güteklasse.

Natürlich haben es SLIPKNOT noch längst nicht drauf, diese neue Qualität über Albumdistanz zu halten. Ab der Hälfte wiederholt man sich, wirken die Songs austauschbar - und der Titeltrack wäre in all seiner Überlänge auch nicht unbedingt vonnöten gewesen. Dennoch: Spricht man über SLIPKNOT, kann man ab jetzt getrost über Musik reden.

Autor:
Wolf-Rüdiger Mühlmann

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