Review

Reviews 8.0

SECRETS OF THE MOON

Privilegium

Ausgabe: RH 268

(65:30)

Sie sehen keinen Sinn darin, sich zu wiederholen, sagen SECRETS OF THE MOON - und legen deshalb mit „Privilegium" ein betont „anderes" Album vor. Man findet hier also keine Fortführung von „Carved In Stigmata Wounds" (2004) oder „Antithesis" (2006) - so gut diese beiden in der deutschen Black-Metal-Szene bahnbrechenden Alben auch waren. „Privilegium" klingt zunächst etwas experimenteller, atmosphärischer und sperriger, bewegt sich aber trotzdem klar im Black-Metal-Terrain. Die saubere, aber kraftvolle und dunkle Produktion betont die technische Klasse der Band (Gitarren, Drums) und gibt den Vocals viel mehr Spielraum als früher. Nichts ist dem Zufall überlassen, alles perfekt durcharrangiert und ausgefeilt. Das mag dem Underground zu musikalisch oder auch zu „kommerziell" sein - obwohl Letzteres ja Unsinn ist. SECRETS OF THE MOON stoßen einem Teil ihres Publikums bewusst vor den Kopf, um sich künstlerisch frei entfalten zu können - und genau das tun sie letztendlich auch, ohne dabei „französisch" (Deathspell Omega, Glorior Belli) oder „schwedisch" (Watain, Ofermod) zu klingen. Sie haben einen eigenen, nicht weniger originellen Ausdruck gefunden, der hoffentlich von der Szene honoriert wird.

Autor:
Götz Kühnemund
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