Review

Reviews 9.0

RIOT V

Unleash The Fire

Ausgabe: RH 330

Steamhammer/SPV (56:35)
Wenn man sich anschaut, dass „Unleash The Fire“ von der Super-Hymne ´Metal Warrior´ abgesehen mit den guten ´Ride Hard Live Free´ und ´Fall From The Sky´ sowie den beiden unspektakulären Stampfern ´Bring The Hammer Down´ und dem Titelsong gar nicht mal sooooo überragend anfängt, ist die Güte des Endergebnisses umso verwunderlicher. Aber es folgen auf diesem ersten, herrlich luftig, nur wenig „modern“ produzierten RIOT-Album ohne den 2012 verstorbenen Bandleader Mark Reale (alle Infos im Interview weiter vorne im Heft) tatsächlich nur noch Knaller: Der Speed-Metaller ´Fight Fight Fight´ ist „Thundersteel“ und „The Privilege Of Power“, ´Kill To Survive´ perfekter Power Metal mit Mega-Refrain (wer findet den kurzen Jag-Panzer-Part?), ´Land Of The Rising Sun´ ein superber Melodic-Ohrwurm nicht nur für Japan, die Hardrocker ´Take Me Back´ und (logisch!) ´Return Of The Outlaw´ orientieren sich eher an der Frühphase, und mit ´Immortal´ sowie ´Until We Meet Again´ hat man zwei astrein zündende Balladen in petto, wie es sie heute nur noch selten gibt. Klar, die Texte auf „Unleash The Fire“ sind im Grunde total gaga, das Artwork ist eigentlich ein Geschmacksverbrechen - aber irgendwie wirkt alles rund, mit Liebe zusammengestellt und Freude erarbeitet. Zudem präsentiert sich Todd Michael Hall (u.a. Reverence) nun endlich auch auf Platte als würdiger RIOT-Sänger, nachdem er bereits live überzeugen konnte, und das Gitarrendoppel Mike Flyntz/Nick Lee schüttelt sich nicht nur Killer-Riffs en masse aus den Ärmeln, sondern auch einige der geilsten, weil melodischsten Genre-Soli seit langer Zeit.  
„Unleash The Fire“ ist wahrscheinlich das beste RIOT-Album seit „The Privilege Of Power“. Zumindest habe ich kein anderes öfter gehört.

Autor:
Boris Kaiser

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