Review

Reviews 9.5

PARADISE LOST

Tragic Idol

Ausgabe: RH 300

Century Media/EMI (46:07)

Wenn eine Band, die lange in der Szene ist, zurück in die Spur findet, ist das meist schon eine kleine Sensation, denn der Esprit der Jugendjahre ist selten zurückzuholen (Metallica wissen davon ein Lied zu singen, so verzweifelt sie es auch versuchen). PARADISE LOST haben diesen Krampf schon überwunden (die mittleren Alben) und sich mit ihren letzten beiden Scheiben noch recht souverän in den ernstzunehmenden Teil der Metalszene gebeamt. Und jetzt das Kunststück: „Tragic Idol“ setzt noch einen drauf! In Zeiten, wo Alben meist nur noch eine lose Ansammlung von mehr oder minder guten Songs sind, fungiert dieser Ten-Tracker als homogenes, mit einem irren Spannungsbogen versehenes Gesamtkunstwerk (doomiger Beginn, knackige Mitte, verhaltenes Ende). Experimente gibt es keine - nur verdammt gute Songs! „Tragic Idol“ würde - stünde nicht der Name PARADISE LOST drauf - als hochmelodisches Doom-Metal-Meisterwerk gelten. Die Dichte der Platte erinnert an die bandeigene Messlatte „Icon“, als das Quintett zum ersten Mal vor Kreativität übersprudelte. Der Unterschied zu damals? Die Drums sind um Längen kräftiger, der Gesang ist viel abwechslungsreicher, und eigentlich wirkt das alles professioneller, reiferer, düsterer (die heruntergestimmten Gitarren!) als früher. PARADISE LOST haben ihren ureigenen Stil, den mag man oder auch nicht, aber besser als heute hat die Band ihre Vorzüge nie in Szene setzen können.

Autor:
Holger Stratmann

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