Review

Reviews 9.5
Heavy Metal

OZZY OSBOURNE

Ordinary Man

Label: Epic/Sony
Dauer: 49:31
Erscheinungsdatum: 21.02.2020
Ausgabe: RH 394

„I´ll make you scream, I´ll make you defecate“, schreit uns Ozzy gleich im Eröffnungssong (´Straight To Hell´) seines neuen Albums entgegen. Okay, ob man sich beim Anhören von „Ordinary Man” jetzt gleich vor Freude in die Hosen scheißen muss, sei jedem selbst überlassen (gell, Jens?), aber ein lautes „Yeeeaaaaahhhhhhh, you fuckers!“ ist in jedem Fall angebracht. Denn zehn Jahre nach seinem letzten überaus belanglosen, weil Hit-freien Solo-Output „Scream“, dem auch noch die zwei Stinker „Black Rain“ und „Down To Earth“ vorausgingen, knallt uns der Madman mit mittlerweile 71 Jahren seine beste Songsammlung seit einem Vierteljahrhundert vor den Latz.

Besagter Opener shufflet wie eine aufgepumpte Version der frühen QOTSA den Highway zur Hölle hinunter. Der folgende dynamische Midtempo-Rocker ´All My Live´ wäre dank blubberiger Gitarren-Power und catchy Refrain auch auf einem Referenzwerk wie „No More Tears“ nicht negativ aufgefallen. Mit dem schleppend sägenden ´Goodbye´ kannst du Grabsteine zerteilen. Der Titeltrack mit Gesangsunterstützung von Elton John ist eine klassische Ozzy-Ballade plus ´November Rain´-Gitarrensolo. Für das Eingangs-Riff von ´Eat Me´ würde selbst Tony Iommi glatt ´ne Fingerkuppe geben. Bei ´It´s A Raid´ tritt Ozzy gar das Gaspedal durch wie selten in seiner Karriere (Alvin und die Chipmunks auf Crack mit ´Sweet Leaf´-Zwischenteil - goil!). Die pompöse Halbballade ´Holy For Tonight´ sprüht nahezu vor Queen-haftem Ahaha-Pathos. Und auch die übrigen der elf Nummern fallen kaum ab. Einzig die contemporary R&B-Nummer ´Take What You Want´ ist in ihrer elektronischen Schwülstigkeit verzichtbar, geht als Experiment aber in Ordnung.

Als wäre all das nicht schon erstaunlich genug, schafft es Ozzy an diesem Punkt seiner Karriere auch noch, sich mit ´Under The Graveyard´ das ´Seven Nation Army´ der kommenden Live-Saison aus den Rippen zu leiern (ich höre die Festival-Crowds schon „Oh-oh-oh, oh-oh-oh, oh-oh“ brüllen). Offenbar haben es Duff McKagan (b.) und Chad Smith (dr.) - beide selbst keine Frühlingsküken mehr - im Verein mit Andrew Watt, der hier als Gitarrenheld (was der Typ zusammenfiedelt - Wahnsinn!) und Produzent in Personalunion fungiert, geschafft, dem Prince of Darkness noch mal so richtig die Hölle heiß zu machen. Alright now!

Autor:
Felix Mescoli
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