Review

Reviews 9.0

NACHTMYSTIUM

Silencing Machine

Ausgabe: RH 303

Century Media/EMI (60:01)

Die beiden vorangegangenen „Black Meddle“-Alben waren schon im Titel eine Verbeugung vor Mainman Blake Judds großem Einfluss Pink Floyd, und „Silencing Machine“, extremst erwartet seit Monaten, soll nun der eine Schritt zurück sein, der die Band wieder konsequenter im „reinen“ Black Metal platziert. Nur: Es ist eigentlich völlig egal, wo man die US-Posse verortet, welche Regionen die Band gerade erforscht, denn die Konsequenz und Wildheit, mit der NACHTMYSTIUM ihre Musik spielen, lässt sie gar nicht erst in Gefahr geraten, im Underground anzuecken, und daran ändert noch nicht mal der neue Deal mit dem „Major-Indie“ Century Media etwas. Zumal: Wer „Addicts“ und „Assassins“ fantastisch fand, wird auch diesmal genügend gewagte Schlenker entdecken, die in dieser Form und Güte tatsächlich nur Judd & Co. zu schreiben in der Lage sind.

Der brillante Opener ´Dawn Over The Ruins Of Jerusalem´, ´I Wait In Hell´, ´Reduced To Ashes´ und der Titelsong nehmen in weiten Teilen tatsächlich vor allem die frühen Neunziger in Norwegen auf, ´Decimation, Annihilation´ ist dagegen klar Industrial-beeinflusst, und ´Borrowed Hope And Broken Dreams´ zelebriert mit Hingabe nicht nur typischeren Gothrock, sondern sogar Postpunk und Shoegaze. Die größten Schauer entfachen allerdings drei andere Stücke: In ´The Lepers Of Destitution´, ´Give Me The Grave´ und ´These Rooms In Which I Weep´, allesamt im Midtempo komponiert, wäre jede Schwärze noch zu hell, diese tiefen Traurigkeiten, sie reißen die Seele in tausend kleine Stücke. Denn am Ende des Tages, das scheint wirklich so zu sein, eliminiert nur bloße Zerstörung jeden unerträglich stechenden Schmerz. 

Autor:
Boris Kaiser

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