Review

Reviews 6.5

MOTHER TRUDY

Mother Trudy

Ausgabe: RH 374

Stickman/Soulfood (35:19)
Wäre dieses Album 1970 erschienen, würde man heute sagen: Diese schwedischen Haudegen haben den Grundstein gelegt für alles. Für riffstarken Garagen-Rock, der gute Laune macht und die Sauerkirschen im Einmachglas nachzuckert. Für gediegen groovenden Stoner Rock, wie er eigentlich erst in den frühen Neunzigern aufkam. Für melodischen und zugleich scheppernden Hardrock, wie ihn Dean Winchester in seinem ´67er Chevrolet Impala anschmeißen würde, wenn er in Lederjacke wieder auf Dämonenjagd geht. Mit liebevoller Nachsicht würde man auf die Texte schauen, die dermaßen von Klischees wimmeln, dass das Phrasensparschwein in einer Rock´n´Roll-Version der Fußball-Talkshow „Doppelpass“ klirrend zerplatzte. Und erst das Cover! „Was für ein geiler Minimalismus“, hieße es, „an so etwas müssen sich Black Sabbath beim ignorant coolen Cover von „Master Of Reality“ versucht haben“. Nun haben wir aber nicht 1970, sondern 2018, und 48 Jahre später machen diese acht kompakten Lieder im Klappcover grundsolide Freude, während sie auf den Schultern von Riesen hocken wie ein Kind in Papas Nacken während des Themenparkbesuchs. Nicht mehr. Nicht weniger.

Autor:
Oliver Uschmann

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