Review

Reviews 9.0

MORBID ANGEL

Illud Divinum Insanus

Ausgabe: RH 290

Season Of Mist/Soulfood

´Too Extreme´? Oh ja, das ist der Opener dieser Platte für meinen Geschmack ganz sicher. Wäre interessant, zu wissen, weshalb MORBID ANGEL gerade diesen völlig untypischen Song an den Anfang gestellt haben. Das kalte und monotone Industrial/Techno-Gepolter wirkt eher abstoßend. Hat man das aber hinter sich gebracht, entfaltet „Illud Divinum Insanus“ sein volles Aroma. ´Existo Vulgoré´ z.B. ist ein urytpischer MORBID ANGEL-Uptempo-Kracher, das folgende ´Blades For Baal´ ist nur unwesentlich langsamer, dabei aber ungewohnt leicht zugänglich. Gänzlich überraschend und einfach absolut brillant ist das folgende ´I Am Morbid´ mit seinen Saxon/Priest-Riffs und einem sehr klassischen Heavy-Metal-Solo von Destructhor. Ein großartiger Ohrwurm, der live die Wirkung einer Wassserstoffbombe haben dürfte. ´10 More Dead´ steht dem in wenig nach, ein massiver Midtempo-Stampfer, dessen Atmosphäre ein wenig an ´Where The Slime Lives´ erinnert. ´Destructos vs. The Earth´ hat wieder eine deutlich kältere Industrial-Schlagseite, gefällt aber durch seinen Laibach-Charme, den es auch schon auf früheren MORBID ANGEL-Platten gab. ´Nevermore´ wurde bereits live vorgestellt und überzeugt auch hier durch seine Konsequenz. ´Beauty Meets Beast´ ist etwas verschachtelter und eher an die letzten beiden Outputs der Band angelehnt, besitzt aber ebenfalls klasse. Tja, und ´Radikult´ swingt! Nicht zu glauben. Eine tanzbare MORBID ANGEL-Nummer, die trotzdem richtig heavy ist. Streitbar, aber mit Stil. Lediglich beim abschließenden ´Profundis - Mea Culpa´ nerven die Techno-Beats doch noch mal gewaltig.

Was bleibt also unterm Strich? In erster Linie ein hochinteressantes, originelles und überraschend eingängiges Album mit einigen radikalen Ausschlägen, die extreme Geschmackssache sind. Dazu eine Menge Charisma, das in Person von David Vincent mitsamt seiner einzigartigen Stimme zurückgekehrt ist. Obendrauf (natürlich) abgefahrene Saitenakrobatik von Herrn Azagthoth und Lichtgeschwindigkeits-Drumming von Tim Yeung. Somit manifestieren MORBID ANGEL ihre Ausnahmestellung in der Szene ohne jede Frage.

Autor:
Frank Albrecht

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