Review

Reviews 8.0

MOONSPELL

The Butterfly Effect

Ausgabe: RH 149

In den vergangenen 18 Monaten haben sich die Portugiesen zu einem zweischneidigen Schwert entwickelt. Das verspielte, Alternative-lastige "Sin/Pecado" drückte eine strikte Kurskorrektur aus, die viele Freunde von "Irreligious" nicht nachvollziehen wollten. Einerseits konnten MOONSPELL mit dem letzten Album zwar in England Fuß fassen, aber in Deutschland verloren sie etliche Fans. Merkwürdig erschien zudem, daß Sänger Fernando (der in Interviews betonte, wie sehr ihn Black Metal anöde) plötzlich unter dem Namen Demonarch ein Schwarzwurzelalbum auf den Markt warf. Wollte er die deutschen Fans beruhigen? Wie dem auch sei: Auch "The Butterly Effect" zeugt von der Unberechenbarkeit von MOONSPELL - und von ihrer Wandlungsfähigkeit. Einerseits ist die Platte deutlich härter und rockiger als "Sin/Pecado", andererseits noch viel schwerer verdaulich. Die Südeuropäer kombinieren modernen Metal mit der üblichen gotischen Schlagseite und mit verspielter Electronica. Nein! Das kein Industrial-Album! Aber Hippes aus Amerika hat zweifelsohne seine Wirkung bei Portugal's Finest hinterlassen. Meist geht das Konzept auf, was hervorragend inszenierte, packende Stücke wie das getragene, nachdenkliche 'Self Abuse', das rabiate 'Lustmord' oder der Brecher 'I Am The Eternal Spectator' (mit Fear Factory-mäßig gesungenem Refrain) beweisen. Leider kann die Band dieses hohe Niveau nicht über die volle Distanz halten. So finde ich den pseudo-wavigen Opener 'Soulsick' oder das zu sehr auf Weirdo getrimmte 'Soulitary Vice' eher mittelmäßig. Fazit: "The Butterfly Effect" ist ein gutes Stück moderner Musik, nicht mehr und nicht weniger. Ob MOONSPELL ihre deutsche Anhängerschaft mit diesem Album tatsächlich glücklich machen, wage ich indes zu bezweifeln.

Autor:
Wolf-Rüdiger Mühlmann

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