Review

Reviews 9.0

MIDNIGHT

Satanic Royalty

Ausgabe: RH 296

Hells Headbangers (30:23)

Stell dir mal vor, die Herren Cronos, Lemmy, Tom G. Warrior, Tom Angelripper und Frank Albrecht geraten inmitten der galaktischen Zeitsäule in einen Strudel (nein, Frooonck, kein Apfelstrudel) und tauchen als freche, fidele und tatendurstige (also gleichermaßen „taten“ wie auch „durstig“) 20-Jährige im Hier und Jetzt auf. Und so legen die juvenilen Rabauken an ihren Instrumenten los, während unser Deathmetalbrecht die Hühner rupfen würde. Womit wir bei MIDNIGHT wären: Die Truppe aus Chicago marodiert als die taufrische Quintessenz genannter Krawall-Institutionen durch die Szene, feuert auf „Satanic Royalty“ ein Hitfeuerwerk ab - und geht dabei jedoch gleichermaßen gezielter wie auch musikalischer vor, als Venom, Sodom und Hellhammer in den Achtzigern dazu im Stande waren. Sprich: Hier wird mehr als nur die obere Basssaite gezupft, hier gibt es Soli nach dem Könner- und nicht nach dem Zufallsprinzip, hier braten die Riffs wie aus dem Lehr- und nicht dem Kochbuch, hier knallt das Schlagzeug nicht die Treppe runter, und der musikalische Vorschlaghammer bildet eine sinnige Einheit mit dem künstlerisch geschwungenen Florett.

MIDNIGHT vereinen Heavy Metal, Thrash Metal, Black Metal und Speed Metal dermaßen gekonnt, dass es keiner hellseherischen Fähigkeiten bedarf, um dieser Chaotentruppe - die angeblich bei Konzerten eine ähnliche Aso-Attitüde wie einst die Mentors auslebt - eine große Zukunft als kleinster gemeinsamer Nenner der Underground-Szene vorauszusagen.

Anspieltipps: das obergeniale ´You Can´t Stop Steel´, ´Shock Til Blood´ sowie der räudige Titelsong.

Autor:
Wolf-Rüdiger Mühlmann

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