Review

Reviews 8.5

MESHIAAK

Alliance Of Thieves

Ausgabe: RH 352

Mascot/Rough Trade (47:37)
Gut, es gibt die Big Four, aber auf den Plätzen fünf bis zehn balgen sich mit (u.a.) Kreator, Death Angel, Machine Head, Testament und Annihilator ja auch noch illustre Gestalten. Denen rücken nun ein paar Australier aus Melbourne auf die Pelle. MESHIAAK haben sich mit Drum-Ikone Jon Dette (Slayer, Anthrax, Iced Earth, Testament) zusammengetan und mit „Alliance Of Thieves“ gleich einen Paukenschlag veröffentlicht. Von der Konstellation her erinnern MESHIAAK (Hebräisch für „Messias“) an die ehemaligen Redaktionslieblinge Grip Inc., die in den Neunzigern die Szene bereicherten. Fundament des perfekt produzierten Debüts ist die flinke Drum-Akrobatik von Dette, auf dem mit Dean Wells (Teramaze) ein neuer Star am Gitarrenhimmel groß aufspielt. Während die Rifforgien schon gehobenere Klasse darstellen und sich vom Fleck weg in der Slayer/Anthrax-Liga etablieren, lässt vor allem das Melodieverständnis im Sinne eines Rob Cavestany (Death Angel) oder Waldemar Sorychta (Grip Inc.) aufhorchen. Wells´ pfiffige Leads, Overdubs und Akustikgitarren machen aus einem guten Debüt ein explosives Gemisch, das man als Thrash-Fan 2016 gehört haben sollte. Songwriting-Partner ist Sänger Danny Camilleri (4Arm), der erstaunlicherweise die ideale Gewichtung zwischen Gesang und Geschrei wie weiland Gus Chambers (Grip Inc.) hinbekommt und stellenweise sogar ein paar radiotaugliche Modern-Metal-Refrains à la Alter Bridge einstreut. Das geschieht aber so subtil, dass es an der harten Grundausrichtung der Platte wenig ändert. Eine neue Supergroup also? Trotz der überragenden Spieltechnik vermisst man zuweilen das große Kino, das die Titanen dieser Musikrichtung auf ihren Frühwerken präsentierten: die epischen Aufbauten von Metallica, den Jazz der frühen Megadeth, die Fiesheit von Slayer oder das Hitgespür von Anthrax. Eigenständigkeit ist noch nicht die große Stärke von MESHIAAK. Man hört dem Album aber jederzeit an, dass in Zukunft alles möglich ist. Bei Songs wie ´It Burns At Both Ends´ (mit orientalisch angehauchtem Intro/Outro), dem raffinierten, von Alice In Chains (!) inspirierten ´I Am Among You´ oder der mit einer wunderschönen Gitarrenhook garnierten Raserei ´Last Breath Taken´ ist man dem Maximum schon recht nahe. Stark!

Autor:
Holger Stratmann

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