Review

Reviews 8.0

ME AND THAT MAN

Songs Of Love And Death

Ausgabe: RH 359

Cooking Vinyl/Sony (46:45)

Behemoth-Kopf Nergal hat schon seit Ewigkeiten ein Faible für die ruhige Seite der dunklen Künste. Und wenn der Kerl was anpackt, macht er es richtig. Gemeinsam mit seinem partner in crime, John Porter, wildert Nergal unter dem Banner ME AND THAT MAN bei Cash, Cohen, Cave und Country, bei Waits, Wovenhand und 16 Horsepower. Das düstere Duo erzählt vollkommen unaufgeregt schöne schattige Geschichten, lässt einen genauer zuhören als bei den Behemoth-Soundwällen, speist seine Energie aus der rohen handgemachten Spielweise und wirkt auch als polnisch-britische Allianz in diesem uramerikanischen Genre ausreichend authentisch, sodass garantiert der eine oder andere Redneck aus Hillbillyville, Arizona, das Album locker durchwinkt, sich bei Zeilen wie „She´s got a black pearl in her pussy“ in seinem Pick-up etwas irritiert am Kopf kratzt, aber zugleich weiß, dass sein Präsident ebenfalls ein echter Pussylover ist. Für diese Zeile ist zwar Porter verantwortlich, aber es passt einfach zu Nergal, sich immer ein kleines Provokationsfenster offenzulassen, auch wenn er mit seinen Acts inzwischen für seine Verhältnisse schon im jeweiligen Genre-Mainstream zu Hause ist.

Autor:
Jan Jaedike

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