Review

Reviews 8.5

MASTODON

Emperor Of Sand

Ausgabe: RH 359

Reprise/Warner (51:11)
Gute Nachrichten für alle Snareporno-Aficionados: Lange bevor sich der Hörer in einem Song womöglich in Sicherheit wiegen könnte, zerhäckselt Anderweltdrummer Brann Dailor mit seinem vertrackten ADHS-Spiel auch auf dem siebten Band-Album zuverlässig jede Allerweltsrhythmik; eine Soundsignatur derentwegen das Etikett „Progger“ für MASTODON im Jahr 2017 noch immer nicht ganz falsch ist (aber auch nicht mehr ganz richtig). Schlechte Nachrichten für alle, die „Leviathan“ (2004) noch immer für das Maß aller MASTODON-Dinge halten: Das Quartett aus Atlanta setzt den Weg seiner letzten beiden Alben unbeirrt fort; chorusgesättigte Kompakt-Rocker im Mittellängenformat mit oft schrullig-pittoresken Melodiebögen dominieren, das düster brockig-barockige Prog-Opus „Crack The Skye“ (2011) oder die rabiat größenwahnsinnige Wuchtbrumme „Leviathan“ werden immer mal wieder souverän zitiert, nie aber kopiert. Warmherzige Energie ersetzt Knallhärte, kompositorische Intelligenz verdrängt prahlerische Muckerei, eine reife Band erklimmt bisher unerreichte Höhen: Der Singalong-Song ´Show Yourself´, der Fistraiser ´Ancient Kingdom´, der Wutausbruch ´Andromeda´ und der Psychotrip ´Jaguar God´ belohnen jeden Durchlauf mit neuen Entdeckungen. Ernsthaft verspielt, wie nur erwachsene Männer es sein können. Dickes Ding.


DISKOGRAFIE (Studioalben)

Remission (2002)
Leviathan (2004)
Blood Mountain (2006)
Crack The Skye (2009)
The Hunter (2011)
Once More ´Round The Sun (2014)
Emperor Of Sand (2017)

LINE-UP


Brent Hinds (g./v.)
Troy Sanders (b./v.)
Bill Kelliher (g.)
Brann Dailor (dr./v.)

Autor:
Thorsten Dörting

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