Review

Reviews 7.5

LACUNA COIL

Dark Adrenaline

Ausgabe: RH 297

Century Media/EMI (45:10)

Irgendwie wirkt es für Fans der frühen Stunde immer noch befremdlich, dass LACUNA COIL bei „Shallow Life“ Linkin-Park-Produzent Don Gilmore hinter dem Mischpult walten ließen. Zugegeben: Vielleicht hatte man sich mit dem Spuren-Overkill bei der Produktion von „Karmacode“ etwas verzettelt. Aber es hätte den Italienern von vornherein klar sein müssen, dass Gilmore den Sound der Band zu einem gewissen Grad umkrempelt bzw. auf Poppigkeit trimmt. Unserem Anti-Kirmes-Kaiser war die Scheibe damals immerhin noch acht Punkte wert, vielleicht war da schon der Scabbia-Attraktivitätsbonus mit eingerechnet. (Antikosmik-Kühnemund zückte im Soundcheck übrigens 7,5 Punkte - was SL wohl dazu sagen würde?) LACUNA COIL haben zumindest zu einem Teil aus ihrem Fehler gelernt und Gilmore zwar erneut die Produktion, aber nicht den Mix des neuen Albums „Dark Adrenaline“ überlassen. Gitarre und Schlagzeug drücken durch den Mix von Metalhead Marco Baruzzo also wieder mehr, doch das kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass LACUNA COIL mit den auf Radioairplay getrimmten Pop-Arrangements im Modern-Metal-Gewand inklusive guter, aber kalkulierter ´Losing My Religion´-Coverversion immer mehr in die Nähe von Linkin Park und Evanescence rücken. Das Album hat definitiv seine kompositorischen Höhepunkte: ´Trip The Darkness´ oder ´I Don´t Believe In Tomorrow´ sind erstklassige (harte) Ohrwürmer, die epische Peter-Steele-Hommage ´My Spirit´ überzeugt ebenfalls auf ganzer Linie. Dennoch klingt „Dark Adrenaline“ über weite Strecken zu glatt und irgendwie egal.

Autor:
Ronny Bittner

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