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Komm nach Hagen, werde Popstar, mach dein Glück!

Label: Klartext Verlag
Ausgabe: RH 379

Nicht Wolfsburg. Auch nicht West-Berlin. Ausgerechnet Hagen, hart am Rande des Ruhrgebiets gelegen, entwickelte sich in einem kleinen Zeitfenster zwischen Mitte der siebziger Jahre bis zum Aufkeimen der Neuen Deutschen Welle zur heimlichen Musikmetropole des Landes. Die Bezeichnung als das Liverpool Deutschlands machte die Runde in Hagen, das sich seit jeher zu groß für eine Kleinstadt, aber zu klein für eine Großstadt angefühlt hat. „Hart wie Marmelade“ eben. Auf 352 Seiten mit über 1.000 Abbildungen erfährt man alles über die Musikszene der Stadt, von Veranstaltungsorten über Kneipen bis hin zu ortsansässigen Produktionsfirmen und Managements. Natürlich bilden die damals aktiven Bands das Herzstück des Schmökers, etwa The Ramblers oder The Stripes (mit Gabriele Kerner alias Nena am Gesang). Quasi als inhaltliche Klammer beinhaltet die Anthologie ausführliche Mini-Autobiografien der zwei wichtigsten Hagener Rockformationen überhaupt: Grobschnitt und Extrabreit. Ausführlich zu Wort kommen aber auch die Drahtzieher hinter den Kulissen wie etwa Ulli Wiehagen, der von Hagen aus im Jahre 1983 mit „Desaster“ zum ersten Mal ein Metal-Magazin mit einer Auflage von 10.000 Exemplaren über den Bahnhofsbuchhandel landesweit in den Vertrieb gebracht hat. „Komm nach Hagen, werde Popstar, mach Dein Glück!“ ist als flankierender Ausstellungskatalog konzipiert, nach der Lektüre weiß ich jedenfalls mehr über die Musikszene Hagens als von meiner eigenen Heimatstadt. Ein größeres Kompliment kann man den Machern wohl kaum ins Muttiheft schreiben.

Autor:
Matthias Mader
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